Das Hilfswerk hat den Zuschlag für fünf Pflegeregionen im Burgenland erhalten. Um die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern, plant die Organisation, neue Mitarbeitende im Pflegebereich zu gewinnen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde zudem der erste Pflegelehrling vorgestellt.
EISENSTADT. Ab April 2026 wird das Hilfswerk fünf von insgesamt 28 Pflegeregionen in den Bezirken Neusiedl, Eisenstadt und Oberpullendorf abdecken. Der Zuschlag wurde vor zwei Wochen vergeben. Aufgrund der Einrichtung von Pflegestützpunkten wird ein erhöhtes Personal benötigt. Bürgermeister Thomas Steiner, auch Präsident des Hilfswerks Burgenland, erklärte, dass die genaue Anzahl der benötigten neuen Mitarbeitenden derzeit noch nicht bekannt sei. Darüber berichtet Welt Stimme.
Kein Zuschlag für Südburgenland
Im Südburgenland hingegen zog sich das Hilfswerk zurück, da bisher 40 Hauskrankenpflegerinnen und Hauskrankenpfleger dort 150 Klienten betreut haben. Das Hilfswerk bemüht sich darum, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für die betroffenen Mitarbeitenden im Südburgenland zu finden. Geschäftsführer Nikolaus Scharmer zeigte sich optimistisch, bald eine zufriedenstellende Lösung zu finden.
„Dass die Pflege das Zukunftsthema schlechthin ist, muss nicht mehr betont werden. Auch die Herausforderungen sind bekannt – die Menschen werden älter und wir brauchen in den nächsten Jahren deutlich mehr Personal,“ so Thomas Steiner, Präsident des Hilfswerks Burgenland.
Ausbildungsoffensive und Finanzierung
Um den zukünftigen Bedarf an Pflegepersonal zu decken, sollen mehrere Maßnahmen ergriffen werden. Die Attraktivität des Pflegeberufs soll gesteigert werden, um jüngeren Menschen zu demonstrieren, wie erfüllend eine Tätigkeit in der Pflege sein kann. Zudem sollen zahlreiche neue Ausbildungsplätze geschaffen werden. Eine Entbürokratisierung sowie eine gesicherte Finanzierung durch das Land und die Gemeinden spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.
Erster Pflegelehrling für das Hilfswerk
Am kommenden Montag wird eine bedeutende Neuerung im Bereich der Mitarbeiterausbildung erwartet. Die erste Kollegin, die ein freiwilliges soziales Jahr beginnt, wird willkommen geheißen. Zudem startet der erste Pflegelehrling seine Ausbildung. Diese formelle Ausbildung in den Pflegeassistenzberufen wird durch die Einführung der Pflegelehre ergänzt, die eine berufspraktische Ausbildung mit Lernorten in Pflegeeinrichtungen und Berufsschulen ermöglicht.
Thomas Steiner äußerte sich zum bevorstehenden Start der Pflegelehre: „Persönlich war ich immer ein Befürworter der Pflegelehre und ich freue mich, dass wir nun erstmals einen Pflegelehrling ausbilden dürfen.“ Geschäftsführer Stefan Widder ergänzte: „Die Rahmenbedingungen wurden geschaffen und nun liegt es in der Verantwortung der Trägerinnen und Träger, aktiv zu werden, um junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen und zukünftige Mitarbeitende auszubilden.“


