EU-Staaten zahlen im Oktober fast eine Milliarde Euro für russische Energie

November 14, 2025 13:45
EU-Staaten zahlen im Oktober fast eine Milliarde Euro für russische Energie
EU-Staaten zahlen im Oktober fast eine Milliarde Euro für russische Energie

Importvolumen und zentrale Zahlen

Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben im Oktober 2025 russische Energieimporte im Wert von insgesamt 938 Millionen Euro bezahlt. Laut einer Analyse des Centre for Research on Energy and Clean Air, eingebettet in die Auswertung russischer fossiler Brennstoffexporte, entfielen zwei Drittel der Summe auf Erdgas, das weiterhin nicht vollständig von EU-Sanktionen erfasst ist und überwiegend per Pipeline oder als LNG geliefert wird. Der Rest betraf Rohöl, das Ungarn und die Slowakei über die südliche Leitung der „Druschba“-Pipeline im Rahmen einer EU-Ausnahme beziehen.

Hohe Zahlungen aus Ungarn und der Slowakei

Ungarn war im Oktober der größte Einzelzahler und überwies 258 Millionen Euro an Russland, darunter 83 Millionen Euro für Öl und 175 Millionen Euro für Pipelinegas. Die Slowakei zahlte 210 Millionen Euro, davon 162 Millionen Euro für Rohöl und 48 Millionen Euro für Gas. Diese beiden Staaten nutzen weiterhin die Ausnahmeregelung, die den Import über „Druschba“ erlaubt und ihre strukturelle Abhängigkeit von Moskau erhält.

Neue Sanktionen und sinkende Einnahmen

In den vergangenen Monaten haben EU und USA ihre Maßnahmen gegen russische Energieexporte verschärft. Am 22. November treten US-Sanktionen gegen „Rosneft“, „Lukoil“ und zahlreiche Tochterunternehmen in Kraft. Gleichzeitig steht eine Erweiterung der Maßnahmen auf russisches LNG im Raum. Die EU hat im 19. Sanktionspaket Einschränkungen für den sogenannten Schattenflotten-Verkehr und neue Vorgaben für Gasimporte beschlossen. Parallel verfolgt Brüssel das Ziel, russische Energielieferungen bis Ende 2027 vollständig zu beenden.

Energiemarkt, Preisdeckel und globale Verschiebungen

Nach Angaben von CREA fielen die täglichen russischen Einnahmen aus dem Export fossiler Energieträger im Oktober um vier Prozent auf 524 Millionen Euro – der niedrigste Wert seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine. Trotz dieser Entwicklung bleibt der Handel ein zentrales Finanzierungsinstrument für den Kreml. Während Sanktionen bestimmte Einnahmequellen begrenzen, wirken Ausnahmen und Schlupflöcher dem Effekt entgegen, insbesondere durch Weiterverkäufe via Indien, China und Staaten des Globalen Südens. Die zunehmende Vorsicht dieser Länder aufgrund möglicher US-Sekundärsanktionen setzt jedoch ein bedeutendes Signal für globale Marktveränderungen.

Politische Spannungen und strukturelle Abhängigkeiten

Die anhaltenden Ausnahmen für Ungarn und die Slowakei schwächen die Geschlossenheit des europäischen Sanktionsrahmens. Budapest erhielt nach Gesprächen zwischen Viktor Orban und dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump in Washington eine einjährige Aufschiebung bestimmter US-Sanktionen, was kurzfristig den Zugang zu russischen Energieträgern sichert. Mittel- und langfristig bleibt die Diversifizierung jedoch unabdingbar, um energiepolitische Verwundbarkeit zu reduzieren und die Sanktionsmechanismen zu stärken. In Brüssel wird zudem bereits über ein 20. Maßnahmenpaket diskutiert, darunter weitreichende Schritte gegen LNG-Importe und eine strengere Kontrolle des Schattenflotten-Handels, um Umgehungsstrategien wirksam zu unterbinden.

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