Inmitten der Diskussionen über Haushaltsdefizite und Sparmaßnahmen hat Tirols Landeshauptmann Anton Mattle aktuelle Zahlen präsentiert, die ein positives Bild des Landesvermögens zeigen. Der Fiskalrat, Österreichs unabhängiges Gremium zur Überwachung der Budgetdisziplin, fordert eine nachhaltige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. Darüber berichtet Welt Stimme.
TIROL. Laut dem aktuellen Bericht des Fiskalrats hat Tirol ein Gesamtvermögen von rund 9,8 Milliarden Euro. Dieser Betrag setzt sich aus verschiedenen Vermögensposten zusammen, darunter:
- 2,7 Milliarden Euro in der Wohnbauförderung
- 3,2 Milliarden Euro durch Beteiligungen an Landesunternehmen
- 3,1 Milliarden Euro für Sachanlagen wie Grundstücke und Gebäude
Im Vergleich dazu stehen Schulden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, was zu einem sehr positiven Nettovermögen von etwa 8,5 Milliarden Euro führt. Damit zeigt Tirol eine solide finanzielle Basis, die von Landeshauptmann Anton Mattle als entscheidend für die zukünftige Stabilität des Landes und seiner Kommunen angesehen wird.
Keine neuen Schulden: Das Doppelbudget 2026/2027
Ein zentrales Thema, das der Fiskalrat immer wieder betont, ist der Umgang mit den öffentlichen Schulden. Der Tiroler Landeshauptmann kündigte an, dass Tirol als erstes Bundesland ein Budget ohne neue Schulden vorlegt. Dies bedeutet, dass die Tiroler Landesregierung mit dem Doppelbudget 2026/2027 keine zusätzlichen Schulden aufnimmt und den Haushalt auf ausgeglichene Weise gestaltet.
Ziel ist es, durch die konsequente Einhaltung des Budgetvollzugs und eine Priorisierung der Ausgaben die Haushaltslücke zu schließen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu erhöhen.
„Tirol schafft es, ein Budget ohne neue Schulden vorzulegen. Das ist ein wichtiges und richtiges Signal, dass trotz angespannter öffentlicher Haushalte dennoch ausgeglichene Budgets möglich sind“
erklärte Landeshauptmann Anton Mattle.
Keine Verkauf des „Familiensilbers“
Ein besonders wichtiger Punkt in der aktuellen Diskussion ist die Verwertung von Landesvermögen. Der Fiskalrat hat in seinen Empfehlungen auch auf den Verkauf von Vermögenswerten zur Haushaltssanierung hingewiesen. Tirol jedoch bleibt standhaft und lehnt den Verkauf von „Familiensilber“ ab. Landeshauptmann Mattle betont: „Wir werden das Tiroler Familiensilber nicht leichtfertig auf Spiel setzen.“
Das sogenannte „Familiensilber“ umfasst strategisch wichtige Landesbeteiligungen wie die Wohnbauförderung, die Landesenergieversorger und die Landesbank, allesamt zu 100% im Besitz des Landes Tirol. Diese Vermögenswerte sollen langfristig gehalten werden, da sie als wichtige Sicherheiten und Hebel für die Zukunft von Tirol dienen.
Investitionen in die Zukunft
Trotz der Forderungen nach Sparmaßnahmen bleibt Tirol auf einem Investitionskurs. LH Mattle hebt hervor, dass der Investitionsbedarf gerade in herausfordernden Zeiten nicht vernachlässigt werden darf. So wird das Land in den kommenden Jahren 1,2 Milliarden Euro in die Region investieren. Diese Investitionen sollen wichtige Bereiche wie Energiewende, Wohnungsbau und Wettbewerbsfähigkeit fördern. Auch ein neues Finanzierungsinstrument für Kommunen, der Tiroler Gemeinde-Investitionsfond, wird aufgelegt, um die Städte und Gemeinden in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
„Sparkurs darf nicht Stillstand bedeuten. Deshalb gibt Tirol dem Standort wichtige Signale und investiert gezielt in die Zukunft“
so Landeshauptmann Mattle weiter.
Haushaltskonsolidierung als langfristige Aufgabe
Neben der Betonung von Investitionen ist der Fiskalrat auch klar in seiner Forderung nach einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung. Ziel ist es, die Lücke zwischen Staatsausgaben und Staatseinnahmen zu verringern, um langfristig den öffentlichen Haushalt zu stabilisieren. Laut WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr hat Tirol dabei bereits eine konsequente Haushaltsführung bewiesen.
Tirol will auch auf strukturelle Reformen setzen, wie Landeshauptmann Mattle betont:
„Reformen müssen aus Sicht der Bürger, nicht aus dem Blickwinkel von Interessengruppen gedacht werden. Für die Bevölkerung ist nicht entscheidend, wer wofür zuständig ist, sondern dass es echte Fortschritte gibt.“


