Bauernvertreter aus Österreich und Bayern diskutieren in Schärding über Mercosur und Wolf

März 3, 2026 21:18
Bauernvertreter aus Österreich und Bayern diskutieren in Schärding über Mercosur und Wolf

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Günther Feißner, traf am 27. Februar 2026 im österreichischen Schärding mit Vertretern des Unabhängigen Bauernverbands (UBV) zusammen. Darüber berichtet Welt Stimme.

SCHÄRDING. Am 27. Februar 2026 fand ein Treffen in Schärding zwischen Vertretern des Österreichischen Unabhängigen Bauernverbands (UBV) und Günther Feißner, dem Präsidenten des Bayerischen Bauernverbands, statt. Feißner, der zusammen mit seiner Gattin anreiste, vertritt in Bayern etwa 135.000 aktive landwirtschaftliche Betriebe. Dieses Treffen ist Bestandteil einer langjährigen Tradition und diente dem intensiven Austausch zu aktuellen agrarpolitischen Herausforderungen in Österreich und Deutschland.

Internationale Handelsabkommen waren Thema

Eines der zentralen Themen waren internationale Handelsabkommen, insbesondere mit den Mercosur-Staaten, der Ukraine, Australien und Indien. Während diese Abkommen für die Gesamtwirtschaft Chancen eröffnen, betrachten die landwirtschaftlichen Vertreter sie als existenzielle Bedrohung für die heimische Landwirtschaft, verursacht durch steigenden Wettbewerbsdruck und unterschiedliche Produktionsstandards. Einigkeit bestand beim Thema Leader-Projekte: Diese sollten nicht länger aus dem Agrarbudget finanziert werden. Fachliche Impulse kamen von Bernhard Tafelmeier-Marin, einem Experten für Güllemanagement, der die Vorteile der Gesteuerten Gülleverflüssigung und die Optimierung der Erfassung verdünnter Güllen erläuterte. Diese Technologie verspricht sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe und trägt zur sicheren Einhaltung der NEC-Richtlinien bei.

Auch besprochen: Umgang mit Wolf und CO2-Zertifikate

Zusätzlich wurden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verglichen: In Deutschland profitieren Wirtschaft und Landwirtschaft von einem Stromtarif von fünf Cent, während ein derart günstiger Tarif in Österreich lediglich der Industrie zugänglich ist. Unterschiede bestehen auch bei Agrardiesel und Investitionsförderungen. In Deutschland erhalten förderbare Investitionen je Betrieb bis zu einer Höhe von 1,2 Millionen Euro eine Unterstützung von 35 Prozent. 
Weitere Diskussionsthemen umfassten das Jagdrecht, den Umgang mit dem Wolf, CO₂-Zertifikate sowie den Tiergesundheitsdienst. Das Treffen in Schärding verdeutlichte erneut, wie wichtig ein enger grenzüberschreitender Austausch ist, um die gemeinsamen Herausforderungen der Landwirtschaft im deutsch-österreichischen Raum effektiv anzugehen.

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