AfD-Abgeordnete reisen auf Einladung Putins zum Wirtschaftsforum nach St. Petersburg

Mai 15, 2026 07:41

Zwei Bundestagsabgeordnete der Partei Alternative für Deutschland werden auf Einladung des Kremls am Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg teilnehmen. Medien berichteten am 14. Mai 2026, dass ein Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin die Abgeordneten Markus Frohnmaier und Steffen Kotré eingeladen habe.

An dem Forum im Juni 2026 wird auch Putin selbst teilnehmen. In der offiziellen Einladung heißt es, eine pragmatische Zusammenarbeit werde dazu beitragen, geschäftliche, politische und kulturelle Verbindungen im Sinne einer gerechten Welt und einer sicheren Zukunft zu stärken.

Stefan Keuter, der innerhalb der AfD über die Genehmigung parteibezogener Reisen entscheidet, kündigte an, die Teilnahme von Frohnmaier und Kotré zu unterstützen. Aus politischer Sicht gebe es keine Gründe, die dagegen sprächen, erklärte er.

Für Kotré ist es nicht der erste Auftritt bei einer russischen Großveranstaltung. Im November 2025 reiste er gegen die offizielle Linie seiner Partei nach Sotschi zur BRICS-Konferenz.

Die Einladung erfolgt vor dem Hintergrund der Bemühungen Moskaus, öffentliche Kontakte zu rechtsgerichteten politischen Kräften in Deutschland auszubauen. Die deutschen Sicherheitsbehörden stufen Aktivitäten der AfD in Teilen als antiverfassungsrechtlich ein.

Der geplante Auftritt der Abgeordneten steht im Widerspruch zur gemeinsamen Position der EU, Russland infolge des Angriffskriegs gegen die Ukraine international zu isolieren. Im September 2026 stehen in Deutschland Wahlen an.

Einordnung

Die Teilnahme deutscher Parlamentarier am Petersburger Wirtschaftsforum unterläuft die abgestimmte Linie der EU zur diplomatischen Isolierung Russlands und schafft einen offiziellen Kommunikationskanal zwischen einer im Bundestag vertretenen Partei und dem Kreml. Für Berlin entsteht ein innenpolitisches Spannungsfeld zwischen parlamentarischen Freiheiten und außenpolitischer Geschlossenheit. Für Österreich verdeutlicht der Vorgang, wie russische Akteure Kontakte zu rechten Parteien in EU-Mitgliedstaaten gezielt zur Schwächung gemeinsamer Sanktions- und Sicherheitsbeschlüsse nutzen.

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