Lenzing beschließt Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro
Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung hat der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing am Dienstag eine Kapitalerhöhung um rund 300 Millionen Euro beschlossen. Diese Maßnahme soll den Konzern bei seiner Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ unterstützen.
Insgesamt plant Lenzing ein Finanzierungsvolumen von 600 Millionen Euro. Neben der Kapitalerhöhung wird das Unternehmen 300 Millionen Euro durch Fremdfinanzierung aufbringen. Ziel dieser Strategie ist die Expansion im Nonwovens-Bereich sowie die Fokussierung auf Premium-Marktsegmente im Textilgeschäft, insbesondere Tencel.
Zusätzlich sieht die Strategie vor, die Produktion von Fasern im Burgenland bis Ende 2026 und in England bis 2027 einzustellen, was zum Verlust von rund 2.000 Arbeitsplätzen weltweit führen wird. Die Kapitaleinnahmen sollen spätestens bis zum 25. Februar 2027 durchgeführt werden.
Der Lenzing-Vorstandsvorsitzende Georg Kasperkovitz zeigte sich zufrieden mit der breiten Zustimmung der Aktionäre, darunter die Hauptanteilseigner B&C-Gruppe, Suzano und Oberbank. Im Rahmen der Hauptversammlung wurde Martin Seiter als neues Mitglied des Aufsichtsrats gewählt.
Einordnung
Die Entscheidung zur Kapitalerhöhung ist Teil eines umfassenden Umstrukturierungsprozesses von Lenzing, der auf die Stärkung der Marktposition im Nonwovens-Sektor abzielt. Die damit verbundenen Produktionsverlagerungen und Stellenstreichungen unterstreichen die Herausforderungen, mit denen der Konzern konfrontiert ist.


