Arbeitsmarkt in Österreich bleibt angespannt
Die Lage auf dem österreichischen Arbeitsmarkt ist trotz eines leichten Beschäftigungszuwachses angespannt. Ende August waren 375.730 Menschen arbeitslos oder in einer AMS-Schulung.
Nach Angaben des Sozial- und Arbeitsministeriums waren zum Monatsende 311.448 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos gemeldet, ein Anstieg um 3,3 Prozent im Vergleich zum August 2022. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Inklusive der AMS-Schulungen ergibt sich eine Gesamtzahl von 375.730 Menschen ohne Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse um rund 10.000, gleichwohl ist die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern und Altersgruppen gestiegen.
Insbesondere bei Frauen fiel die Zunahme der Arbeitslosigkeit mit 6,3 Prozent deutlich aus. Bei den Männern betrug der Anstieg 0,7 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit blieb nahezu stabil und stieg um 0,3 Prozent. Am Lehrstellenmarkt ist die Situation angespannt: Den 5.286 Lehrstellensuchenden standen 1.121 weniger offene Ausbildungsplätze als im Vorjahr gegenüber.
Langzeitarbeitslosigkeit wächst
Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen hat ebenfalls zugenommen. 105.169 Personen waren seit mindestens einem Jahr beim AMS vorgemerkt, was einem Anstieg von 12,2 Prozent entspricht. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der vorgemerkten Arbeitslosen beträgt 34 Prozent.
Das Arbeitsministerium sieht Chancen vor allem in klimarelevanten Berufen. Ende August waren 12.896 sofort verfügbare Stellen in diesem Bereich ausgeschrieben, denen 19.929 vorgemerkte Arbeitslose gegenüberstanden. Sozial- und Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) betont, dass der Klimawandel neue Beschäftigungsmöglichkeiten schafft und kündigte einen Transformationsfonds in Höhe von 26,7 Millionen Euro für 2028 und 54,6 Millionen Euro für 2029 an.
Ausbildung als Lösung gegen Arbeitslosigkeit
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) hebt die Bedeutung von Qualifizierung, Lehre und Integration hervor, um der steigenden Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben ein dreimal so hohes Risiko, arbeitslos zu werden. ÖGB-Arbeitsmarktexperte Lukas Stani fordert auch eine schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse.
Einordnung
Die Arbeitsmarktdaten verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen Österreich konfrontiert ist, insbesondere für Frauen und Langzeitarbeitslose. Die steigende Zahl der Arbeitslosen zeigt die Notwendigkeit effektiver Maßnahmen zur Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt.


