Steigende Arbeitslosigkeit im Burgenland
Im August meldete der Arbeitsmarktservice (AMS) Burgenland einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Langzeitbeschäftigungslose, während sich die Lage für Jugendliche leicht verbessert hat.
Ende August waren im Burgenland insgesamt 9.861 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet oder in Schulungsmaßnahmen. Dies entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozent im Vergleich zum August des Vorjahres. Von diesen waren 8.210 Personen arbeitslos vorgemerkt (+4,5 Prozent) und 1.651 in Schulungen (+4,9 Prozent). Gleichzeitig sank die Zahl der unselbstständig Beschäftigten auf etwa 114.000 Personen (-0,8 Prozent).
Die Arbeitslosigkeit variiert stark je nach Altersgruppe. Während die Jugendarbeitslosigkeit bei Personen unter 25 Jahren um 1,9 Prozent zurückging, stieg die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen um 6,1 Prozent. Zudem erhöhte sich die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen um 11 Prozent. Menschen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen waren ebenfalls häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen (+7 Prozent).
Im Gesundheits- und Sozialwesen wurde ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 21,5 Prozent verzeichnet. Dagegen gab es Rückgänge bei Arbeitskräfteüberlassern (-4,8 Prozent), in der Warenherstellung (-3,6 Prozent) und in der Beherbergung und Gastronomie (-0,4 Prozent). Laut AMS entfallen gegenwärtig etwa 80 Prozent des Anstiegs auf Frauen.
In den verschiedenen burgenländischen Bezirken zeigt sich ein unterschiedliches Bild in der Arbeitslosenentwicklung. Den stärksten Anstieg erlebten die Regionen Stegersbach/Jennersdorf mit 9,8 Prozent und Mattersburg mit 8,7 Prozent. In Neusiedl am See und Oberpullendorf blieb die Arbeitslosigkeit nahezu unverändert, mit einem leichten Rückgang von 0,1 Prozent.
Die Zahl der offenen Stellen beim AMS stagnierte Ende August bei 1.368 Stellen (+0,1 Prozent). Der Großteil dieser offenen Stellen befand sich im Bereich der Arbeitskräfteüberlassung (263) und im Handel (219).
Bisher sind die Aussichten für Lehrstellen angespannt, da 132 sofort verfügbare offene Lehrstellen 233 Lehrstellensuchenden gegenüberstehen. Im Jahresvergleich sank die Anzahl der offenen Lehrstellen um 14,3 Prozent, während die Zahl der Lehrstellensuchenden um 1,3 Prozent zurückging.
Einordnung
Die wieder steigende Arbeitslosigkeit zeigt, dass insbesondere ältere Menschen und Langzeitbeschäftigte von der aktuellen Lage betroffen sind. Die angekündigten Fördermittel für die Zielgruppe 55+ sollen künftig helfen, diese Bevölkerungsgruppe besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren.


