Arbeitsmarkt im Bezirk Leibnitz trotz Herausforderungen stabil
LEIBNITZ. Ende August 2026 waren im Bezirk Leibnitz 2.754 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 57 Personen oder 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wobei dieser Anstieg unter dem steirischen Durchschnitt von 5,4 Prozent liegt, wie die neue AMS-Geschäftsstellenleiterin Nicole Guy mitteilt.
Die Arbeitslosenzahlen variieren nach Geschlecht: Während die Zahl der arbeitslosen Männer um 1.242 Personen zurückging, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit bei Frauen um 0,1 Prozent auf 1.512 Personen. Guy hebt hervor, dass insbesondere Frauen von der aktuellen Marktentwicklung betroffen sind.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit zeigt auch signifikante Unterschiede zwischen Altersgruppen. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren ist um 13,7 Prozent gefallen. Im Alter von 25 bis 50 Jahren gab es einen leichten Anstieg von 0,1 Prozent, während bei den über 50-Jährigen die Zunahme mit 8,9 Prozent deutlicher ausfiel. Besonders betroffen sind auch Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (plus 5,7 Prozent) und Menschen mit anerkannten Behinderungen (plus 10,4 Prozent auf 298 Personen).
Die Zahl der Teilnehmenden an Schulungsmaßnahmen ist leicht gesunken; Ende August waren 402 Personen in Qualifizierungsangeboten des AMS eingeschrieben, was einem Rückgang von 3,1 Prozent entspricht.
Trotz der Herausforderungen bleibt der Stellenbedarf in vielen Branchen bestehen. Im August wurden 245 neue offene Stellen gemeldet, sodass am Monatsende insgesamt 513 sofort verfügbare Stellen zur Verfügung standen. Die meisten offenen Stellen finden sich in der Industrie und im Gewerbe (324), der Produktion (156) sowie den Dienstleistungsberufen (119).
Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Bezirk lag Ende Juli 2026 bei 36.796, was einem leichten Anstieg von 0,1 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die Arbeitslosenquote betrug Ende Juli 6,8 Prozent und liegt damit über dem steirischen Durchschnitt von 6,4 Prozent. Besonders die Beschäftigungschancen für ältere Arbeitskräfte und Personen mit Vermittlungshemmnissen erforderten verstärkte Unterstützung durch Qualifizierungsmaßnahmen.
Einordnung
Die stabilen Arbeitslosenzahlen im Bezirk Leibnitz deuten auf eine geringere Undurchlässigkeit des Arbeitsmarktes im Vergleich zu anderen Regionen hin. Die Unterschiede in den Arbeitslosenquoten nach Geschlecht und Alter zeigen zudem, dass spezifische Gruppen gezielte Unterstützung benötigen. Dies könnte langfristig Auswirkungen auf die Beschäftigungsquote und die wirtschaftliche Stabilität der Region haben.


