Warnungen vor Risiken der Künstlichen Intelligenz lauter geworden
Der Geschäftsführer von Anthropic, Dario Amodei, hat einen Stopp der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) gefordert. Seine Äußerungen fanden Unterstützung von Sam Altman (OpenAI) und Elon Musk (xAI). Österreichische Experten äußern jedoch Zweifel an den vorgeschlagenen Maßnahmen.
Amodei wies darauf hin, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm das gesamte Internet übernehmen könnte und damit massive Schäden verursachen könnte. Altman unterstützte diese Sichtweise auf der Plattform X. Amodei sprach sich für eine branchenweite Pause in der westlichen Welt aus, um ein bis zwei Jahre zu gewinnen. Zudem plant Anthropic die Einführung unabhängiger Beobachter, die bereits in der Trainingsphase die Sicherheit der KI-Modelle bewerten sollen.
Sepp Hochreiter, KI-Pionier an der Universität Linz, kritisierte die schweren Warnungen als Missverständnis der Technologie. Er betonte, dass der aktuellen KI die Fähigkeit zur echten Schlussfolgerung und intrinsische Motivation fehle, wodurch sie nicht plötzlich das Ziel entwickeln könne, die Weltherrschaft zu übernehmen. Hochreiter plädiert für Intensivierung von Forschung und Entwicklung anstelle von Regulierung.
Matthias Kettemann, Rechtswissenschaftler an der Universität Innsbruck, sieht die Vorschläge Amodeis mit Skepsis. Er betont, dass die Prognose zur Übernahme des Internets durch einen KI-Schwarm unbelegt sei. Die drei vorgeschlagenen Sicherheitsstufen von Amodei würden rechtlich unterschiedlich bewertet, wobei die fehlende gesetzliche Grundlage für vorgeschlagene Transparenz in den Trainingsprozessen als problematisch gilt.
Einordnung
Die Debatte um die Künstliche Intelligenz wird durch die Aussagen führender Persönlichkeiten und Experten intensiviert. Die geforderten Maßnahmen könnten die Entwicklung der Technologie beeinflussen, während der internationale Wettbewerb und bestehende Regulierungen zusätzliche Herausforderungen darstellen.


