Rückgang der Bauerneinkommen durch Dürre und hohe Kosten erwartet
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) prognostiziert für das Jahr 2023 einen „massiven“ Rückgang der Bauerneinkommen aufgrund der Rekord-Dürre und steigender Kosten. Er erklärte am Dienstag, dass die Dürrehilfen der Regierung und Versicherungsauszahlungen für Dürreschäden den Einkommensrückgang nicht ausgleichen können.
Im Jahr 2022 konnten die landwirtschaftlichen Einkommen durch eine gute Ernte und höhere Erlöse in der tierischen Produktion signifikant steigen. Laut Totschnig liegt die durchschnittliche Faktoreinkommen je land- und forstwirtschaftlicher Arbeitskraft für 2025 nominell um 12,4 Prozent und real um 8,9 Prozent über dem Vorjahr. Dennoch, die preisbereinigten Faktoreinkommen würden 2025 auf dem Niveau von 2011 liegen.
Die Dürre belastet insbesondere Ackerbauern sowie Milch- und Rinderbauern stark. Das Landwirtschaftsministerium berichtet, dass im Grünland rund ein Drittel der Erträge ausfällt, was viele Betriebe zwingt, auf ihre Winterfutterreserven zurückzugreifen oder Futtermittel zuzukeifen. Auch der Wein- und Apfelernte wird ein Rückgang von einem Viertel beziehungsweise über einem Drittel prognostiziert.
Die Hagelversicherung schätzt die Dürreschäden in der Landwirtschaft auf etwa 1 Milliarde Euro. Diese Versicherungen decken heuer trockenheitsbedingte Schäden bei versicherten Bauern in Höhe von 400 Millionen Euro ab. Am 21. August präsentierte die Regierung ein Dürre-Hilfspaket, das noch im Nationalrat beschlossen werden muss. Dies umfasst unter anderem einen Nachlass bei den Sozialversicherungsbeiträgen für die Bauern.
Einordnung
Die Situation in der österreichischen Landwirtschaft ist angespannt, da die anhaltende Dürre und die hohen Betriebskosten erheblichen Druck auf die Einkünfte der Landwirte ausüben. Diese Entwicklungen könnten weitreichende Auswirkungen auf die Produktion und die wirtschaftliche Stabilität des Sektors haben.


