43 Prozent der Deutschen erwarten AfD-Sieg bei Bundestagswahl 2029

August 18, 2025 12:30
43 Prozent der Deutschen erwarten AfD-Sieg bei Bundestagswahl 2029
43 Prozent der Deutschen erwarten AfD-Sieg bei Bundestagswahl 2029

Fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung rechnet mit einem Wahlsieg der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) bei der Bundestagswahl 2029. Laut einer Umfrage des Instituts INSA vom 14.–15. August 2025 gaben 43 Prozent der Befragten an, dass sie die AfD bei der kommenden Wahl als stärkste Kraft im Bundestag sehen. 39 Prozent hielten dies für ausgeschlossen, während 18 Prozent unentschlossen blieben. Insgesamt nahmen 1005 Personen an der Befragung teil. Details veröffentlichte die Deutsche Welle in ihrem Bericht über das Meinungsbild zur AfD.

AfD etabliert sich als führende Oppositionskraft

Die AfD ist derzeit mit 151 Sitzen die größte Oppositionspartei im Bundestag. Bei der letzten Wahl am 23. Februar 2025 erreichte sie 20,8 Prozent und landete damit hinter CDU/CSU (28,6 Prozent) auf dem zweiten Platz. In einer weiteren INSA-Umfrage vom 11.–15. August lag die AfD mit 25 Prozent nur knapp hinter dem konservativen Block (26 Prozent). Ein Forsa-Survey vom 12. August platzierte die Partei sogar mit 26 Prozent auf Rang eins vor der Union mit 24 Prozent.

Für 2026 stehen in fünf Bundesländern Landtagswahlen an. 43 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass die AfD in mindestens einem Bundesland die Regierung anführt. Ein Viertel geht davon aus, dass sie gleich mehrere Länder regieren könnte.

Streit um Extremismus-Einstufungen

Die Diskussion um die politische Ausrichtung der Partei bleibt angespannt. Am 2. Mai 2025 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die AfD als rechtsextremistische Partei auf Bundesebene ein. Die Partei legte Berufung ein, woraufhin die Klassifizierung am 8. Mai vorläufig ausgesetzt wurde. Parallel dazu haben Landesämter für Verfassungsschutz in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt die AfD-Verbände als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft.

Ursachen für den Aufstieg der AfD

Die wachsende Zustimmung für die AfD deutet auf eine sinkende Vertrauensbasis für etablierte Parteien wie CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP hin. Unzufriedenheit mit Regierungspolitik in Bereichen wie Migration, Wirtschaft und Energie treibt viele Wählerinnen und Wähler zur Alternative. Experten warnen vor einer Fragmentierung des politischen Spektrums, die zu wachsender Polarisierung und Radikalisierung führen könnte.

Zudem gilt die AfD als europaskeptisch. Sie fordert eine Rückgabe von Kompetenzen an die Nationalstaaten und liebäugelt langfristig mit einem möglichen Austritt Deutschlands aus der EU („Dexit“). Ein Erfolg der AfD könnte europäische Initiativen im Bereich Wirtschaft, Migration und Sicherheit blockieren und die Stabilität der EU gefährden.

Folgen für Ukraine-Politik und Sicherheit Europas

Die AfD spricht sich offen gegen Waffenlieferungen an die Ukraine, gegen Sanktionen gegen Russland und für eine Wiederaufnahme engerer Wirtschaftsbeziehungen mit Moskau aus. Sie propagiert „Friedensverhandlungen“ und ein Einfrieren des Krieges auf Bedingungen, die Russland entgegenkommen. Damit unterläuft die Partei die bisherige deutsche Linie und verschafft russischen Narrativen in Europa größere Reichweite.

Russische Staatsmedien nutzen die Wahlerfolge der AfD, um das Bild einer „kriegsmüden EU“ zu verbreiten. Ein stärkerer Einfluss der Partei könnte zudem die Zusammenarbeit innerhalb der NATO schwächen, da die AfD das Bündnis offen kritisiert und gemeinsame Sicherheitsinitiativen zu blockieren droht. Beobachter warnen, dass eine weitere Stärkung der AfD nicht nur die deutsche Innenpolitik, sondern auch die kollektive Sicherheit Europas nachhaltig erschüttern könnte.

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