20 Jahre nach dem Umzug: Wirtschaft in St. Pölten zählt über 5.000 Unternehmen.
ZENTRALRAUM/ST. PÖLTEN. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich-Zentrale wechselte 2006 ihren Sitz von Wien nach St. Pölten. Dieser Schritt, der vor mittlerweile 20 Jahren vollzogen wurde, hat maßgeblich zur Entwicklung der Landeshauptstadt beigetragen. Gernot Binder, der seit 1998 in der Kammer tätig ist, leitet die Bezirksstelle St. Pölten seit dem Jahr 2000.
Der Wandel der Wirtschaft
„Ein deutlicher Wandel zeigt sich in der Struktur der Kammermitglieder. Während es 2006 rund 2.610 Unternehmen gab, zählt die Bezirksstelle heute etwa 5.139 Mitglieder“, erklärt Binder. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg von Ein-Personen-Unternehmen in den letzten 20 Jahren. Die vereinfachten Zugänge zu Gewerbeberechtigungen sowie neue Möglichkeiten zur nebenberuflichen Selbstständigkeit haben viele Menschen dazu ermutigt, unternehmerische Ideen zu realisieren. Darüber berichtet Welt Stimme.
St. Pölten als Verwaltungszentrum
In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich zahlreiche Interessenvertretungen und Behörden in St. Pölten angesiedelt, darunter die Arbeiterkammer, die Landwirtschaftskammer, die Gesundheitskasse und Teile der Landesregierung. Binder betont, dass diese Entwicklung die Stadt als Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum stärkt. Zugleich spiegelt das Verschwinden einst großer Industriebetriebe wie Glanzstoff den Strukturwandel wider. Besonders prägend war die COVID-19-Pandemie: „Die bewusst heruntergefahrene Wirtschaft, Betriebsschließungen und erhebliche Unsicherheiten stellten viele Unternehmen vor enorme Herausforderungen“, erläutert Binder.
Zusätzlich hat sich auch ein markanter technologischer Wandel vollzogen. Digitalisierung, moderne Kassensysteme und KI-gestützte Werkzeuge erleichtern viele betriebliche Abläufe, bringen jedoch auch neue Anforderungen und Risiken mit sich.


