Pernkopf: Alle 18 Gemeinden niederösterreichweit schafften heuer die Qualitätsprüfung und bauen aus. Stadt Tulln und Gemeinde Absdorf sind die großen Gewinner aus dem Bezirk Tulln.
ABSDORF/TULLN. Im Atrium Tulln trafen sich rund 90 Gemeindevertreterinnen und -vertreter sowie e5-Beauftragte zum fachlichen Austausch mit Expertinnen und Experten der Energiebranche. Themen wie Speichermanagement und das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) standen im Mittelpunkt. Anschließend zeichneten LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und die Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ (eNu) im Rahmen der Veranstaltung „Pioniere der Energiewende“ insgesamt 18 Gemeinden als e5-Vorbilder aus. Darüber berichtet Welt Stimme.
Trotz der erst im Vorjahr deutlich verschärften Kriterien konnte Niederösterreich seine Spitzenposition ausbauen: Die 67 e5-Gemeinden erreichten heuer insgesamt 221 „e’s“, ein Zuwachs von 25. „Während in Brasilien bei der Weltklimakonferenz geredet wird, handeln die Gemeinden in Niederösterreich täglich. Jede Maßnahme bringt uns einen Schritt näher zur Energieunabhängigkeit, entlastet die Haushalte und stärkt die regionale Wirtschaft“, betonte LH-Stellvertreter Pernkopf. Die e5-Gemeinden sind maßgeblich daran beteiligt, dass Niederösterreich heute die Ökostromlokomotive Österreichs ist und die CO2-Emissionen mittlerweile um 37 Prozent gesunken sind.
Bezirk Tulln heuer mit Absdorf und Stadtgemeinde Tulln erfolgreich dabei
Die Marktgemeinde Absdorf setzt auf Klimaschutz und nachhaltige Mobilität: PV-Anlagen am Kindergarten und Heimatmuseum wurden 2024 ausgebaut. Mit der Mühlbachrenaturierung 2023 und Versickerungsgräben 2024 fördert die Gemeinde Umwelt- und Hochwasserschutz. Rad- und Fußwegekonzept, regelmäßige Energiebuchhaltung als Vorbild und Mobilitätsangebote wie Fahrtendienst MIA, E-Carsharing und E-Fahrzeuge im Gemeindefuhrpark unterstützen nachhaltige Mobilität. Zusätzlich sorgt hocheffiziente Wasserversorgung für Nachhaltigkeit, ergänzt durch laufende Informationsangebote für die Bevölkerung. Somit kommt Absdorf zu einem Ergebnis von 59,8 Prozent und das bedeuten 3 e’s.
Die Stadt Tulln steht für Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung: Der Hauptplatz wurde ökologisch umgestaltet, Verkehrsberuhigung umgesetzt. 2019 beschloss der Gemeinderat das Klima-Manifest: CO₂-Neutralität der Verwaltung bis 2025, der Stadt bis 2040. 2019/2020 startete eine PV-Offensive mit 5 Mio. €, 2023 liefern die Anlagen rund 3,5 GWh Ökostrom. Das Örtliche Entwicklungskonzept mit Klimaschwerpunkten, die Klima-Rahmenstrategie und der Klimaneutralitätsfahrplan ‚Tulln2040‘ geben klare Zielpfade für Gebäude, Energie und Mobilität vor. Pilotprojekte wie LISA.Tulln für E-Shuttle, Carsharing und Leihräder fördern nachhaltige Mobilität. Tulln wurde 2021 mit dem Climate Star und 2024 als Klima-Pionierstadt ausgezeichnet. Die Stadtgemeinde Tulln bestätigt eindrucksvoll ihr 4. e mit einem Umsetzungsgrad von 67,5 Prozent.
Vom Nachzügler zum Spitzenreiter
Niederösterreich ist 2010 als letztes Bundesland ins e5-Programm eingestiegen und hat heute die meisten e5-Gemeinden im Bundesland. Die neuen, strengeren Kriterien bewerten den tatsächlichen Fortschritt, etwa bei erneuerbaren Energien, Gebäudesanierungen, Verkehrsberuhigung, Radwegeausbau und dem Ausstieg aus Öl und Gas. „Die e5-Gemeinden bleiben konsequent auf Kurs“, erklärt Monika Panek von der eNu, die alle teilnehmenden Gemeinden mit ihrem Team betreut. „Das zeigt, wie stabil und auf hohem Niveau unsere Gemeinden beim Thema erneuerbare Energie arbeiten. Trotz steigender Anforderungen beweisen sie, dass Energieeffizienz zugleich Kosteneffizienz bedeutet und enormes Potenzial für Niederösterreich bietet“, so Panek. Mit Zwettl hat bereits eine weitere Gemeinde den Beitritt zum e5-Programm für 2026 beschlossen, weitere Gemeinden haben ihr Interesse bekundet. Wichtig sei dabei das Thema Energieeffizienz. „Energie sparen heißt Kosten sparen. Die billigste Kilowattstunde ist jene, die gar nicht verbraucht wird“, so LH-Stv. Stephan Pernkopf.


