Die österreichischen Hütten bereiten sich auf das Saisonende der Sommersaison vor. Trotz wechselhaften Wetters bleibt das Wanderinteresse stark, was sich in einem Anstieg der Übernachtungen um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr niederschlägt.
TIROL. Mit dem bevorstehenden Winter schließen nun die meisten Alpenvereinshütten ihre Pforten. Die höchstgelegenen Hütten haben bereits im September ihren Betrieb eingestellt.
14 Prozent mehr Übernachtungen als im Vorjahr
Der Alpenverein blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück. Carolin Scharfenstein von der Abteilung Hütten und Wege des Alpenvereins äußert sich zufrieden:
„Österreichweit verzeichnen unsere Hütten ein Nächtigungsplus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der wichtigste Faktor war das Wetter – die regnerischen Juliwochen hatten deutlich Einfluss, insbesondere auf die Tagesgäste, jedoch machte der stabile August diesen Verlust wett.“
Darüber hinaus wirkt sich das Online-Reservierungssystem positiv auf die Übernachtungszahlen aus. Es gibt weniger spontane Stornierungen, und selbst bei Regen verbringen die Gäste gerne ihre Zeit auf der Hütte und passen ihre Routen an.
Wasserversorgung wird zunehmend problematisch
Ein Vorteil des Regens im Juli war die Auffüllung der Wasserspeicher, sodass einige Hütten vor Trockenheit bewahrt werden konnten. Die steigende Trockenheit bereitet den Hüttenbetreibern jedoch zunehmend Sorgen, was in Zukunft viele Umbauten notwendig machen könnte, um die Wasserversorgung sicherzustellen, erklärt Scharfenstein.
Jüngere Gäste und weniger Alkohol
Die Gäste werden jünger, und auch immer mehr Familien mit Kindern besuchen die Hütten. Besonders bei leicht erreichbaren Hütten zeigt sich ein deutlicher Anstieg. Der Trend zu familienfreundlichen Urlauben nimmt stetig zu.
Zudem ist der Alkoholkonsum zurückgegangen, und die Wirte verkaufen vermehrt alkoholfreies Bier und Säfte. Auch der Fleischkonsum sinkt, da nach und nach mehr vegetarische und vegane Speisen auf den Speisekarten erscheinen.
Weitwanderungen boomen – besonders in Tirol
Die Wirte verzeichnen neue Trends im Bergsport, wobei das Weitwandern immer beliebter wird. Dies spüren insbesondere die Hütten entlang der Weit- und Fernwanderwege. Thomas Fankhauser von der Franz-Senn-Hütte in Tirol berichtet, dass aufgrund der Lage am beliebten Stubaier Höhenweg hauptsächlich Wanderer einkehren, die mehrtägige Touren von Hütte zu Hütte unternehmen. Tagesgäste sind aufgrund einer Straßensperre im Tal nahezu nicht gekommen.
Auch die Pühringer-Hütte in der Steiermark verzeichnet steigende Übernachtungszahlen, bedingt durch den Höhenweg von der Nachbarhütte.
Immer häufiger sind auch weniger geübte Wanderer, die ihre ersten Erfahrungen in den Hütten sammeln, anzutreffen.
„Oft fehlt das Vorwissen, warum es überhaupt eine Hütte gibt und wer diese finanziert“,
so Fankhauser weiter. Viele Wanderer sind überrascht, dass fließendes Wasser und Stromversorgung keine Selbstverständlichkeiten auf den Hütten darstellen. Die Betreiber geben jedoch gerne Auskunft und führen die Neulinge in die Welt des Hüttenwanderns ein.
Urlaub und Zeit mit der Familie
Die meisten Hüttenbetreiber haben nun ihre Betriebe für die Saison vorbereitet und gönnen sich nach einem anstrengenden Sommer eine wohlverdiente Auszeit mit der Familie. Der Tiroler Thomas Fankhauser schmunzelt:
„Jetzt ist es mir gleich, wenn’s mal nicht mehr 24/7 durchgeht.“
Darüber berichtet Welt Stimme.


