Arbeitsmarkt im Pinzgau: Anstieg der Langzeitarbeitslosen und sinkende Lehrstellenangebote

Juli 27, 2025 07:20
Arbeitsmarkt im Pinzgau: Anstieg der Langzeitarbeitslosen und sinkende Lehrstellenangebote

Die Arbeitsmarktexpertin des AMS Zell am See, Karin Eiwan, hat die Entwicklungen auf dem Pinzgauer Arbeitsmarkt in der ersten Hälfte des Jahres 2025 analysiert. Besonders besorgen die steigende Zahl an Langzeitarbeitslosen und der signifikante Rückgang verfügbarer Lehrstellen.

PINZGAU. Karin Eiwan, Geschäftsstellenleiterin des AMS Zell am See, berichtete von einer stabilen jedoch angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt in der Region. Laut ihren Angaben ist die Arbeitslosigkeit um 6,5 Prozent gestiegen, was jedoch der niedrigste Anstieg im gesamten Bundesland ist. Die Entwicklung zeigt deutlich, dass vor allem Frauen stärker betroffen sind (+10,9 Prozent) im Vergleich zu Männern (+3,5 Prozent).

Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr gestiegen

Die Zahl der arbeitslosen Personen ist im ersten Halbjahr um 6,5 Prozent gestiegen. Während dieser Anstieg im Vergleich zu anderen Bundesländern gering ist, lassen sich bei verschiedenen Branchen unterschiedliche Entwicklungen beobachten: Der Einzelhandel verzeichnete einen Anstieg von 14,9 Prozent, gefolgt von Verkehr und Lagerei mit 14,6 Prozent sowie der Beherbergung und Gastronomie mit 3,6 Prozent. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg in der öffentlichen Verwaltung (+55,1 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+22,4 Prozent).

Die Analyse von Eiwan zeigt zudem, dass ältere Erwerbsbevölkerungen, insbesondere die 60 bis 65-Jährigen, mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit von 23,0 Prozent am stärksten betroffen sind. Auch die Altersgruppe der 20- bis unter 25-Jährigen weist mit 22,8 Prozent einen hohen Anstieg auf.

„Die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen bereitet große Sorgen. Hier stieg die Zahl um 25,1 Prozent“, informierte Karin Eiwan.

Ein Auf und Ab am Pinzgauer Arbeitsmarkt

Insgesamt meldete das AMS Zell am See im ersten Halbjahr 2025 rund 4.295 offene Stellen, wobei 2.885 sofort verfügbar sind. Dies entspricht einem Anstieg von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ist die Anzahl der sofort verfügbaren offenen Stellen um 7,7 Prozent gesunken, was auf eine besorgniserregende Entwicklung hinweist.

Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt ist ebenfalls alarmierend. Der Bestand an sofort verfügbaren Lehrstellen ist um 34,4 Prozent gesunken, während die Zahl der sofort verfügbare Lehrstellensuchenden um 14 Personen (+45,4 Prozent) gestiegen ist.

Karin Eiwan kommentierte zudem die wirtschaftlichen Perspektiven in Bezug auf zukünftige Entwicklungen. Laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) wird für das kommende Jahr ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent prognostiziert. Die Experten erwarten eine moderate Erholung der Exporte und der inländischen Nachfrage, die durch die anziehende Weltkonjunktur unterstützt wird.

„Jedoch wird der positive Trend erst im Laufe des kommenden Jahres ausreichend sein, um einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu ermöglichen,“ fügte Eiwan hinzu, was die aktuellen Prognosen betrifft.

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