Der Leiter des Arbeitsmarktservice Bischofshofen, Thomas Burgstaller, präsentierte kürzlich den Jahresbericht für das Jahr 2025. Dabei betonte er die aktuellen Trends und Entwicklungen am Pongauer Arbeitsmarkt.
BISCHOFSHOFEN, SALZBURG. Laut Burgstaller zeigt sich der Pongauer Arbeitsmarkt trotz anhaltender konjunktureller Schwäche und struktureller Veränderungen als stabil. Im Jahr 2025 waren im Durchschnitt 1.885 Personen arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 5,3 Prozent oder 96 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Darüber berichtet Welt Stimme.
„Zur Zahl der Arbeitslosen sind noch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen hinzuzurechnen, die Gesamtzahl ergibt 2.257 Männer und Frauen, ein Plus von 102 Personen beziehungsweise 7,4 Prozent“
erläutert Burgstaller. Trotz wirtschaftlicher Stagnation blieb die unselbständige Beschäftigung im Bezirk Pongau im Jahr 2025 mit 38.260 Beschäftigungsverhältnissen konstant. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent, was einen Anstieg von 0,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Unselbstständige Beschäftigung
Nach den Wachstumsjahren 2022 und 2023 stagnierte die Beschäftigung 2024. Diese Tendenz setzte sich auch im Jahr 2025 fort, mit einem minimalen Rückgang von 0,02 Prozent.
„Es zeigen sich Anzeichen einer Strukturveränderung am regionalen Arbeitsmarkt“
so Burgstaller. In der „Herstellung von Waren“ sank die Beschäftigung um 1,9 Prozent auf 5.000 Personen, während die Arbeitskräfteüberlassung um 2,0 Prozent auf 415 Beschäftigungsverhältnisse fiel.
In der „Beherbergung und Gastronomie“, dem größten Arbeitgeber der Region Pongau, wurde ein Rückgang der unselbständigen Beschäftigung um 3,3 Prozent auf 5.874 festgestellt. Auch in der Gebäudebetreuung und Reinigung fiel die Zahl um 5,5 Prozent auf 536. Im Einzelhandel betrug der Rückgang 1,6 Prozent. Demgegenüber wuchs die Bauwirtschaft um 0,5 Prozent und sicherte Beschäftigung für 3.398 Arbeitskräfte. Im Gesundheits- und Sozialwesen wurde ein bemerkenswerter Anstieg von 8,8 Prozent auf 3.970 Arbeitskräfte verzeichnet.
Frauenbeschäftigung nimmt zu
Trotz der strukturellen Veränderungen stellten Frauen im Vorjahr einen Zuwachs in der Beschäftigung von 0,7 Prozent beziehungsweise 125 Personen auf 18.392 fest. Im Gegensatz dazu sank die Beschäftigung der Männer um 0,7 Prozent auf 19.868. Die Beschäftigung im Produktionssektor ging um 0,9 Prozent auf 8.995 zurück, während der Dienstleistungssektor um 0,3 Prozent auf 28.219 anstieg. Somit entfällt etwa 75 Prozent der Gesamttätigkeit in Pongau auf Dienstleistungen, wo 86,4 Prozent aller Frauenarbeitsplätze verzeichnet werden.
Arbeitsmarkt mit hoher Dynamik
Der Pongauer Arbeitsmarkt ist geprägt von einer hohen Dynamik, so Burgstaller. Saisonale Schwankungen seien im Tourismus, der zahlreiche Arbeitsplätze schafft, typisch. Die Arbeitslosigkeit stieg 2025 insgesamt an, zeigte jedoch in der zweiten Jahreshälfte eine leichte Abflachung. Die Branchen entwickelten sich unterschiedlich: Während der Bau stabil war, kämpfte die Produktion mit starken Rückgängen.
„Mit Blick auf die Rückgänge der gemeldeten offenen Stellen im AMS (im Jahr 2025 ein Rückgang von 14,9 Prozent) verdichten sich Anzeichen der strukturellen Veränderung des Arbeitsmarktes im Pongau“
stellte Burgstaller fest. Im Jahresschnitt 2025 waren im Pongau insgesamt 1.865 Personen arbeitslos gemeldet. 45,4 Prozent der Arbeitslosen erhielten eine Einstellungszusage, wobei mehr Männer (1.031) als Frauen (854) betroffen waren. Die Zahl der Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen stieg um 14,6 Prozent auf 406 Personen. Bei den Alterskohorten zeigt sich ein verändertes Bild: Die Jugendarbeitslosigkeit stieg um 2,6 Prozent auf 244 Jugendliche, während die Altersarbeitslosigkeit ab 50 Jahren um 9,8 Prozent auf 590 Betroffene zunahm.
Zur Langzeitbeschäftigungslosigkeit
Gegenüber der allgemeinen Dynamik des Arbeitsmarktes finden nicht alle Personen rasch eine neue Anstellung. Die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Personen, die länger als 365 Tage ohne Beschäftigung sind, stieg im Durchschnitt um 24,8 Prozent auf insgesamt 181.
„Bei der Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist die Steigerungsrate hoch und das bereitet uns Sorgen“
warnte Thomas Burgstaller und fügte hinzu:
„Der konsequente Einsatz für die betroffenen Personen sowie individualisiertes Fördern und Fordern sindrezepte zur dauerhaften Reintegration in den Arbeitsmarkt.“
Ausblick auf das Jahr 2026
Eine Trendwende am Pongauer Arbeitsmarkt sei derzeit nicht zu erkennen, betont Burgstaller. Die schwache Wirtschaftsentwicklung führte bereits im Jahr 2024 zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit, der sich auch 2025 fortsetzte. Für das Jahr 2026 rechnet man mit einer weiterhin verhaltenen Arbeitskräftenachfrage und einem erneuten Anstieg der Arbeitslosigkeit in der ersten Jahreshälfte. Erst ab Mitte des Jahres werde eine leichte Entspannung erwartet.
„2026 wird herausfordernd bleiben. Mit intensiver Vermittlungs- und Beratungstätigkeit werden wir alles daransetzen, dass die Arbeitslosenquote im Pongau niedrig bleibt“
verspricht Thomas Burgstaller.


