Betriebsversammlung in Ried: Beschäftigte fordern kürzere Arbeitszeiten und Inflationsausgleich

Dezember 3, 2025 19:51
Betriebsversammlung in Ried: Beschäftigte fordern kürzere Arbeitszeiten und Inflationsausgleich

Am Mittwoch, 3. Dezember, fand die Betriebsversammlung der Krankenhäuser Ried und Braunau statt. Dutzende Beschäftigte unterstützen die Forderungen der Gewerkschaft: Eine Reduktion der Wochenarbeitszeit und einen Inflationsausgleich. Darüber berichtet Welt Stimme.

RIED. Die Vertreter der Ordenskrankenhäuser Oberösterreich haben für die laufenden Kollektivvertragsverhandlungen insgesamt 6.035 Unterschriften gesammelt, darunter etwa 800 aus dem Krankenhaus Barmherzige Schwestern in Ried. „Wir fordern eine schrittweise Verkürzung der Wochenarbeitszeit – unser Ziel sind 35 Wochenstunden im Jahr 2030. Um dies zu erreichen, müssen wir den Druck durch Aktionen wie diese erhöhen“, erklärte Martina Reischenböck, Betriebsratsvorsitzende des Rieder Krankenhauses. Die Versammlung am Mittwoch war die erste gemeinsame Betriebsratsversammlung. Isabell Burgstaller-Schoberleitner, zweite stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, moderierte die Sitzung: „Der Leitspruch ‚Mehr für uns ist besser für alle‘ kommt nicht von ungefähr. Wir verdienen diese Veränderungen.“ Markus Simböck, Betriebsratschef in Braunau, machte deutlich: „In der Corona-Zeit waren wir die Stars, und nun wirkt es so, als ob unsere Arbeit selbstverständlich ist.“

Während der Versammlung äußerten sich auch einige Mitarbeiter. „Ich arbeite nun seit 37 Jahren im Krankenhaus – alle davon in Vollzeit, weil es früher selbstverständlich war, vor allem als Mann. Aber ich merke, wie mein Körper mit der Zeit immer mehr zur Großbaustelle wird“, berichtete ein Patientenbetreuer. Auch eine Bereichshelferin äußerte ihre Hoffnung auf ein positives Ergebnis: „Gerade diejenigen, die im Pflegebereich weniger verdienen, benötigen den Inflationsausgleich. Unser Leben wird teurer, aber die Gehälter steigen nicht mit. Wir müssen zusammenhalten!“

“Jetzt seid ihr am Zug“

Im Anschluss an die Versammlung wurden die Forderungen zusammen mit den Unterstützungserklärungen an Johann Minihuber, Geschäftsführer des Rieder Krankenhauses und der OÖ Ordensspitäler Koordinations GmbH, übergeben. Anwesend waren auch Politiker, die die Bemühungen der Beschäftigten unterstützten, darunter der Sozialstadtrat von Ried, Christian Hilpold, die Bürgermeisterinnen Petra Mies (Gurten) und Roswitha Schachinger (Wippenham) sowie die Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder aus Braunau (alle SPÖ). Knauseder, die selbst in der Pflege tätig war, sagte: „Ich habe 1983 meine Laufbahn im Krankenhaus Braunau begonnen und mache seit vier Jahren im Landtag darauf aufmerksam, dass sich etwas ändern muss. Aber es stagniert – das bedeutet jedoch nicht, dass wir nicht weitermachen.“ Die Beschäftigten setzten den Verhandlungspartnern nun eine Frist von 40 Tagen, um ein entsprechendes Angebot vorzulegen. „Jetzt seid ihr am Zug. Ansonsten müssen wir den Druck erhöhen. Denn eines ist sicher: Wir lassen nicht locker“, betonte Isabell Burgstaller-Schoberleitner. Vom Betriebsrat wurde zudem klargestellt, dass ein Streik nur als letzter Ausweg in Betracht gezogen wird.

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