Caritas-Projekt in Oberneukirchen fördert soziale Inklusion von Menschen mit Trisomie 21

Oktober 2, 2025 09:52
Caritas-Projekt in Oberneukirchen fördert soziale Inklusion von Menschen mit Trisomie 21

Doreen Anderl aus St. Veit begleitete während ihrer Ausbildung an der Caritas-Schule Andreas, einen jungen Mann mit Trisomie 21, auf dem Weg zu einer integrativen Beschäftigung im Spar-Markt Oberneukirchen. Infoabende an den zwei Linzer Caritas-Schulen für Sozialbetreuungsberufe finden am 16. Oktober bzw. 4. November, jeweils um 17 Uhr statt – Anmeldungen im Beitrag unten. Darüber berichtet Welt Stimme.

Erfolgreiche Integration von Menschen mit Behinderungen

LINZ/OBERNEUKIRCHEN. Während ihres Praktikums in der Werkstätte des Diakoniewerks Oberneukirchen erfuhr Doreen Anderl, 34, von dem Wunsch des 25-jährigen Andreas, im Spar-Markt mitzuarbeiten. Für die Sozialbetreuerin stand fest, dass dies der Mittelpunkt ihres Fachprojekts sein würde. Im November 2024 begann das begleitende Praktikum, bei dem Andreas an zwei Vormittagen pro Woche im Markt tätig war, indem er Regale auffüllte und Mindesthaltbarkeitsdaten überprüfte.

„Es ging nicht nur darum, bestimmte Tätigkeiten einzulernen, sondern um viel mehr: den Aufbau von Selbstvertrauen, das Schaffen von Routinen und das Entwickeln eines Arbeitsbereichs, der zu den individuellen Fähigkeiten von Andreas passt“, erklärt Doreen Anderl. Das Praktikum zeigte bereits nach kurzer Zeit Erfolge: Mit wachsender Sicherheit konnte Andreas viele Aufgaben eigenständig erledigen und den Arbeitsweg allein meistern.

Durch die Unterstützung eines engagierten Teams im SPAR-Markt entwickelte sich Andreas rasch weiter. „Von Woche zu Woche gewann er an Selbständigkeit und fügte sich als geschätzter Kollege im Team ein“, so Anderl. Nach Abschluss des Praktikums war klar, dass Andreas weiterhin unbegleitet als integrativ Beschäftigter drei Vormittage pro Woche im Supermarkt arbeiten konnte. „Berufliche Inklusion ist kein soziales Zugeständnis, sondern ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft“, betont sie.

Nachhaltige Auswirkungen und Unterstützung der Inklusion

Der Erfolg von Andreas motivierte auch andere in der Werkstätte des Diakoniewerks, ein Schnupperpraktikum im Spar-Markt zu absolvieren. In einer Integrativen Beschäftigungsgruppe erhielten weitere Interessenten die Möglichkeit, Einblick in den ersten Arbeitsmarkt zu gewinnen. Das Projekt demonstriert eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen in ihrer Vielfalt wahrgenommen und unterstützt werden.

Die praktische Umsetzung von Inklusion wurde sichtbar – mitten im Alltag und in der Gemeinde. Ausgleich findet Andreas in seiner Musik. Seit seiner Kindheit spielt er die Steirische Harmonika, besucht weiterhin wöchentlich die Musikschule und begeistert bei Auftritten anlässlich von Hof-, Weihnachts- oder Faschingsfesten.

Anmeldungen zu den nächsten Ausbildungen mit Start im Februar 2026 sind ab sofort möglich. Infos zu den Infoabenden und Anmeldungen: www.ausbildung-sozialberufe.at.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Arbeitslosigkeit im Bezirk Leoben steigt leicht, bleibt aber unter steirischem Durchschnitt
Vorheriger artikel

Arbeitslosigkeit im Bezirk Leoben steigt leicht, bleibt aber unter steirischem Durchschnitt

Studentin erhält 1.500 Euro Nachzahlung aufgrund von Unterentlohnung in Steyr
Nächster artikel

Studentin erhält 1.500 Euro Nachzahlung aufgrund von Unterentlohnung in Steyr

Nicht verpassen