Das neue Projekt der Caritas „Kirchenschiff“ will neues Leben in Kirchen in finanzieller Not hauchen. Pilotprojekt: die Kirche Auferstehung Christi in der Margaretner Embelgasse.
Darüber berichtet Welt Stimme.
WIEN/MARGARETEN. Die Kirche Auferstehung Christi im 5. Bezirk steht vor finanziellen Schwierigkeiten und kann in ihrer gegenwärtigen Form nicht überleben. Die Belastungen für die kleine Kirchengemeinde sind zu hoch. Diese Herausforderung betrifft nicht nur diese Pfarre, sondern viele Kirchen in Wien und Österreich, die unter finanziellen Engpässen und sinkenden Besucherzahlen leiden.
Um dem rückläufigen Trend entgegenzuwirken und Kirchenräume zeitgemäß sowie respektvoll zu nutzen, kündigt die Caritas, die Wohlfahrtsorganisation der katholischen Kirche, ein innovatives Projekt an. Dieses Musterprojekt wird in der Kirche Auferstehung Christi in Margareten realisiert.
Lebensmittel, Kleidung und Zeit
„Unter dem Namen ‚Kirchenschiff‘ werden in der Kirche Auferstehung Christi bald verschiedene Caritas-Angebote für armutsbetroffene Menschen an einem Standort zusammengeführt, Raum für Initiativen aus der Nachbarschaft geschaffen und die Kirche für soziale, kulturelle oder spirituelle Veranstaltungen nutzbar gemacht“, erklärt eine Sprecherin der Caritas. Die Angebote umfassen die zentrale Verteilung von Lebensmitteln, Hygieneprodukten und Bekleidung in den Räumlichkeiten der Pfarre, unter anderem durch den Le+O-Markt.
Zusätzlich wird die Kirche als Aufenthaltsort fungieren: In den Wintermonaten wird die Pfarre in der Embelgasse als Wärmestube genutzt, während sie im Sommer als Klimaoase dient. Sozialberatungen und Deutschkurse sollen regelmäßig angeboten werden, während Kaffee, Kuchen und Tee zur gemütlichen Atmosphäre beitragen.
Poetry Slam und Konzerte
Die Angebote richten sich nicht nur an armutsgefährdete Menschen; alle Gemeindemitglieder, die nach Gemeinschaft suchen, sind herzlich eingeladen. Aktivitäten wie gemeinsames Kochen, Yoga und Kindergruppen stehen auf dem Programm. Was die Nachbarschaft wünscht, wird umgesetzt – sei es in Form von Poetry Slam, Konzerten oder Diskussionsrunden. „Auf rund 1.200 m² entsteht ein buntes Zentrum, in dem Vereine und Organisationen aus dem Bezirk gemeinsam mit Anrainerinnen und Anrainern ein Grätzlzentrum aufbauen“, sagt die Caritas auf ihrer Informationsseite.
Rund 1.000 Personen pro Woche
Durch diese Initiativen soll der Kirche neues Leben eingehaucht werden, indem die Räume, die einst als Versammlungsort dienten, wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen – jedoch auf neue Weise. Die beliebten Samstags- und Sonntagsmessen werden auch weiterhin einen festen Platz im Programm haben. „Das Kirchenschiff soll ein Ort werden, an dem Menschen zusammenkommen und ihre Zeit sinnvoll gestalten – ein Raum für Gemeinschaft, Hilfe und Spiritualität“, so die Caritas. Die Wohlfahrtsorganisation rechnet vorsichtig mit etwa 1.000 Besucherinnen und Besuchern pro Woche. Die offizielle Eröffnung in neuer Form findet am 9. April statt. Ob das „Kirchenschiff“ ein Erfolg wird und als Vorbild für andere Kirchen dienen kann, bleibt abzuwarten.


