Winterdienst in der Südoststeiermark: Hoher Aufwand durch widrige Bedingungen
Glätte, gefrierender Nebel und unvorhersehbarer Eisregen prägen die aktuelle Wintersaison in der Südoststeiermark. Der Winter 2025/26 stellt die Winterdienste vor erhebliche Herausforderungen, da Schnee seit Weihnachten fällt und die Temperaturen gleichbleibend tief sind. So wird in der Südoststeiermark geräumt und gestreut. Darüber berichtet Welt Stimme.
Im Distrikt, wo die Straßenmeistereien in Feldbach, Mureck und St. Stefan im Rosental operieren, liegt der personelle und technische Aufwand deutlich über dem der Vorjahre. Diese drei Meistereien betreuen etwa 1.460 Kilometer an Fahrstreifen auf den Landesstraßen.
„Unsere 29 Winterdienstfahrzeuge legten bereits über 140.000 Kilometer zurück“, erklärt Regionalleiter-Assistent Christian Karner. Dies entspricht einer nahezu hundertmaligen Befahrung des gesamten Gebiets. Im aktuellen Winter wurden bis jetzt 2.200 Tonnen Streusalz und 540.000 Liter Sole eingesetzt – fast dreimal so viel Salz wie im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt.
„Mit höchster Professionalität, enormem Einsatz und viel Verantwortung sorgen sie auch unter schwierigsten Bedingungen dafür, dass die Sicherheit auf den steirischen Straßen jederzeit oberste Priorität hat. Dafür gebührt ihnen großer Dank und Anerkennung.“
Claudia Holzer, Verkehrslandesrätin
Der tägliche Kontrolldienst beginnt spätestens um 4 Uhr früh. Kritische Strecken werden überprüft und bei Bedarf behandelt. Je nach Witterung erfolgt abends ein zusätzlicher Streueinsatz. Bislang gab es acht Volleinsatztage, wobei alle 29 Fahrzeuge gleichzeitig im Einsatz waren, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Wenn tagsüber kein akuter Einsatz notwendig ist, werden laufende Arbeiten auf den Landesstraßen durchgeführt: Gehölzpflege, Absicherungen bei Holzarbeiten sowie Reinigung von Leiteinrichtungen und Verkehrszeichen. „Aufgrund der tiefen Temperaturen mussten Frostschäden verstärkt mit Kaltasphalt saniert werden“, fügt Karner hinzu.
Ständige Einsatzbereitschaft
Abseits der Landesstraßen ist häufig der Maschinenring tätig. Dieser Dienstleister wird von Gemeinden, Unternehmen oder Wohnbereichen für Schneeräumung und Streuung beauftragt.
Im Raabtal, wo der Maschinenring mit 55 Beschäftigten aktiv ist, erklärt Petra Fuchs: „Im Winter 2023/2024 gab es lediglich einen Räumdurchgang, in der aktuellen Saison haben wir bereits drei bis vier Räumdurchgänge durchgeführt, und die Streueinsätze sind um 50 Prozent gestiegen.“ Die Nachfrage nach Winterdienstleistungen nimmt zu.
Wissenswertes
Grundeigentümer sind laut Straßenverkehrsordnung verpflichtet, Gehwege von Schnee zu räumen oder mit Salz zu bestreuen – in Ortsgebieten innerhalb von drei Metern entlang der gesamten Liegenschaft. Ist kein Gehsteig vorhanden, gilt dies für den Straßenrand (1 Meter). Immer mehr übertragen diese Aufgabe an Winterdienstleister, die auch die Haftung übernehmen.
Der Klimawandel erschwert unregelmäßige Einsätze, was die Planung betrifft. Der Maschinenring analysiert präzise Wetterprognosen und führt regelmäßige Kontrollen durch. „Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, dass viele Verkehrsteilnehmer mit schlecht ausgerüsteten Fahrzeugen unterwegs sind“, kritisiert Fuchs. „Gleichzeitig wird erwartet, dass Straßen und Wege jederzeit rutschfrei sind.“
Jüngere Fahrer haben in den zuletzt milden Wintern kaum Erfahrung mit echten winterlichen Bedingungen. Feuerwehren mussten bereits mehrfach Fahrzeuge mit Sommerreifen bergen.
„Ein Winter wie früher“
Florian Trummer, Feuerwehrler und Nebenerwerbslandwirt, äußert: „Der Winter ist heuer deutlich strenger als in den vergangenen Jahren – ein Winter ’so wie früher‘.“ Seit dem 8. Dezember musste er nahezu jeden Tag streuen, was für die Region untypisch ist. Bei einer 24/7-Bereitschaft ist seine Freizeit im Winter entsprechend eingeschränkt, sodass das Weihnachtsfest aufgrund des Schneefalls ausfiel.
Die Einsatzzeiten liegen meist zwischen 21 und 2 Uhr. Gestreut wird spät, damit für den Morgenverkehr ausreichend Material auf der Straße liegt. „Für einen Streudurchgang benötigt man 4,5 Stunden“, so Trummer. An Schneetagen beginnt die Arbeit sogar um 2 Uhr, um bis zum Morgen möglichst viele Straßen zu räumen. Der Arbeitsaufwand ist daher doppelt bis dreifach so hoch wie in den Vorjahren.
Auch der Materialverbrauch ist in diesem Jahr erheblich: „Bereits um den Jahreswechsel war der Splitt knapp, da die Steinbrüche geschlossen waren“, berichtet Trummer.


