Die Energieversorgung in Oberösterreich bleibt stabil, betont Energie-Landesrat Markus Achleitner von der ÖVP. Am Montag tagte der Landes-Energielenkungsbeirat, um über die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten zu beraten. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die aktuell durch den Iran blockierte Straße von Hormus ist einer der bedeutendsten Energie-Transitkorridore weltweit. Rund ein Viertel des Rohöl-Seehandels sowie etwa ein Fünftel des Flüssigas-Angebots passieren diese strategische Meerenge. Zudem steht zurzeit die größte Flüssiggasanlage in Katar still.
Österreich nicht abhängig
Markus Achleitner erklärt, dass rund 80 Prozent der Energielieferungen aus dem Konfliktgebiet nach Asien gehen und Österreich nicht von diesen Lieferungen abhängig ist. Der Großteil des Öls stammt aus Kasachstan, Libyen und Saudi-Arabien. Gas wird hauptsächlich aus Norwegen über Deutschland sowie aus Nordafrika über Italien bezogen. Im Ernstfall stehen Öl-Notstandsreserven für 90 Tage zur Verfügung. Aktuell sind die Gasspeicher zu etwa 36 Prozent gefüllt, was mehr als 46 Prozent des österreichischen Gesamtjahresverbrauchs entspricht. „Damit besteht eine Absicherung für den Fall von Marktverwerfungen. Zugleich sorgen die frühlingshaften Temperaturen für einen sinkenden Verbrauch in den Haushalten“, so Achleitner.
Kein Mengenrisiko, sondern Preisrisiko
Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung ist laut Achleitner die Dauer des Konflikts. Ziel ist es, einen Anstieg der Inflation durch steigende Energiepreise zu vermeiden. Der Bund hat eine spezielle Taskforce ins Leben gerufen, um Preise und die Versorgungssicherheit zu beobachten. In Oberösterreich wurden bereits entsprechende Pläne und Verordnungen für den Energielenkungsfall vorbereitet. Zudem ist das Bundesland durch den Ausbau erneuerbarer Energien weniger von Importen abhängig; 91 Prozent des Stromverbrauchs und 71 Prozent der Raumwärme stammen aus erneuerbaren Energiequellen. Dennoch fordert Achleitner zu Energiesparen auf. „Wir beobachten schon jetzt einen massiven Anstieg der Energiepreise in Europa. Hier müssen das Wirtschaftsministerium und die Bundeswettbewerbsbehörde rasch aktiv werden. Sollte der Konflikt länger andauern, bedarf es daher auf Bundes- und europäischer Ebene Maßnahmen zur Dämpfung der Preisentwicklung“, erklärt Landesrat Achleitner.


