Schwierige Lage in der Fähigkeitsorientierten Aktivität von invita in Schärding
SCHÄRDING. Der Verlust eines langjährigen und wichtigen Auftraggebers hat die Atmosphäre in der Fähigkeitsorientierten Aktivität (FA) von invita stark gedämpft. Anita Gasselsberger, die gemeinsam mit rund 190 weiteren Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen in dieser Einrichtung tätig ist, äußert: „Ich kann hier eine Arbeit machen, bei der ich gebraucht werde – das macht für mich wirklich Sinn.“ Der Wegzug von Faber-Castell nach Peru hat die Arbeitsplätze vieler Teilnehmer bedroht. Darüber berichtet Welt Stimme.
Über viele Jahre hinweg verpackten die Beschäftigten alle zwei Wochen rund 17.000 Stifte. „Das war eine wichtige Arbeit für viele hier“, erklärt Franz Watzinger, Mitarbeiter von invita, der die Teilnehmer sowohl fachlich als auch menschlich begleitet. Mit dem Wegfall dieses Auftrags fehlt nun eine tragende Säule der Beschäftigung für die Teilnehmer.
Vielfältige Tätigkeiten in Engelhartszell
In der Fähigkeitsorientierten Aktivität werden die Fähigkeiten der Teilnehmer erkannt und gefördert. Die Tätigkeiten sind vielfältig: Produkte werden sorgfältig verpackt, Gegenstände sortiert, Geschenkboxen zusammengestellt, Kuverts befüllt oder Artikel mit Firmenlogos beklebt. Aktuell entstehen neben Grillanzündern auch Engelhartszeller Liköre, die etikettiert werden, sowie Schlüsselanhänger mit individuellem Branding.
„Besonders groß ist die Freude, wenn Produkte, an denen sie mitgewirkt haben, im Handel verkauft werden“, sagt Watzinger. Der Stolz ist spürbar, wenn die Teilnehmer sehen, dass ihre Arbeit gebraucht wird und sie zur Wirtschaft beitragen können.
Notwendigkeit eines neuen Großauftrags
Derzeit mangelt es an Großaufträgen, die viele helfende Hände gleichzeitig erfordern. Solche Aufträge schaffen Struktur, Abwechslung und soziale Kontakte. Gasselsberger betont: „Wenn ich in die Werkstätte gehe, bringt das Abwechslung in meinen Alltag. Ich komme raus aus meiner Wohngemeinschaft und treffe andere Leute.“
Jeder Auftrag wird individuell, wirtschaftlich und unbürokratisch mit Firmen oder Privatpersonen abgestimmt — von der Preisgestaltung bis zur Lieferung oder Abholung. Nach dem Wegfall des Großkunden hofft invita nun auf neue Partnerschaften in der Region, um weiterhin möglichst vielen Menschen eine sinnvolle Beschäftigung anbieten zu können.


