Entwicklungen am Arbeitsmarkt in Tulln: Finanzkrisen, Corona und Ukraine-Konflikt in 20 Jahren

Feber 24, 2026 15:17
Entwicklungen am Arbeitsmarkt in Tulln: Finanzkrisen, Corona und Ukraine-Konflikt in 20 Jahren

Entwicklungen am Arbeitsmarkt im Bezirk Tulln in den letzten 20 Jahren

TULLN. Die weltweiten Finanzkrisen hatten signifikante Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Die erste Krise, die 2006 mit der US-Immobilienkrise begann, resonierte 2008 global, während die zweite Finanzkrise 2011/12 folgte. Diese Krisen führten zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in allen Alters- und Qualifikationsgruppen, erklärt Hans Schultheis, Chef des Arbeitsmarktservice (AMS) Tulln. Darüber berichtet Welt Stimme.

Im Jahr 2015 flüchteten zahlreiche Menschen, vor allem aus Syrien, nach Europa, um ihr Leben zu retten. Das AMS unterstützte diese Menschen durch Jobvermittlung, Sprachkurse und Qualifizierungsmaßnahmen, ähnlich wie bei vorherigen Krisen.

Der Übergang von 2016 auf 2017 war statistisch signifikant, da der Bezirk Wien-Umgebung am 31. Dezember 2016 aufgelöst wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt betreute das AMS Tulln die Region Purkersdorf einschließlich Mauerbach, Gablitz, Tullnerbach und Rekawinkel. Ab 2017 werden Job- und Lehrstellensuchende sowie Betriebe dieser Gemeinden vom AMS St. Pölten betreut.

Schwierige Zeiten

Die COVID-19-Pandemie, die 2020 begann, hatte massive Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit stieg abrupt an und blieb zwei Jahre lang auf hohem Niveau. Während dieser Zeit mussten Zehntausende Kurzarbeitsförderungen ausgezahlt werden, um Arbeitsplätze und Unternehmen zu erhalten. Die Nachwirkungen sind bis heute zu spüren, insbesondere durch die rasante Digitalisierung, Homeoffice und den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit, die Auswirkungen auf die Dienstleistungsbranche haben. Vor allem Kinder und Jugendliche litten unter den Folgen der Pandemie in Bezug auf Ausbildung, psychische Gesundheit und soziale Integration. Der Schutz vor Krankheit hatte jedoch stets oberste Priorität.

Im Jahr 2022 führte der Großangriff Russlands auf die Ukraine zu einer weiteren Flüchtlingswelle nach Westeuropa, die auch Österreich betraf. Überwiegend Frauen und Kinder aus der Ukraine kamen ins Land. Das AMS unterstützt diese Menschen erneut bundesweit mit Jobvermittlung, Qualifizierungsförderungen und dem Erwerb von Deutschkenntnissen.

Das AMS hat seine Online-Dienstleistungen über MeinAMS seit vielen Jahren ausgebaut, um Jobsuchenden und Unternehmen rund um die Uhr bei der Arbeitssuche und beruflichen Orientierung zu helfen.

Die Aufgaben und Anforderungen an das AMS haben sich in den letzten 20 Jahren stark erweitert. Neben der Jobvermittlung liegt ein Schwerpunkt auf der Qualifizierung von Arbeitskräften sowie auf der Berufsinformation und -orientierung junger Menschen vor deren Eintritt in den Arbeitsmarkt. Auch im Rahmen der Gleichstellungspolitik spielt das AMS eine wesentliche Rolle. Seit vielen Jahren unterstützt das AMS Mädchen und Frauen bei ihrer Ausbildung in technischen Berufen, die traditionell von Männern dominiert werden. Die Verhinderung von Langzeitarbeitslosigkeit ist seit der COVID-Pandemie eine zentrale Aufgabe des AMS.

Zur Person:

„Ich wurde 2006 mit der Geschäftsstellenleitung des AMS Tulln betraut. Zuvor war ich bereits in Führungspositionen tätig: ab 1986 als Leiter der AMS-Zweigstelle Klosterneuburg und ab 1996 stellvertretender Leiter des AMS Tulln.“

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