Essl Haus in Hermagor: Neues Wohn- und Sozialprojekt fördert Inklusion und nachhaltige Entwicklung

Dezember 10, 2025 11:14
Essl Haus in Hermagor: Neues Wohn- und Sozialprojekt fördert Inklusion und nachhaltige Entwicklung

In Hermagor beginnt ein wegweisendes Wohn- und Sozialprojekt mit Modellcharakter. Das Essl Haus kombiniert leistbares Wohnen, Pflege, Inklusion und nachhaltige Revitalisierung im Herzen der Stadt. Darüber berichtet Welt Stimme.

HERMAGOR. Der Kaufvertrag für das ehemalige Essl Gebäude wurde unterzeichnet, was den Start für eines der bedeutendsten Wohn- und Sozialprojekte im Gailtal markiert. Die gemeinnützige Neue Heimat und der Sozialhilfeverband Hermagor übernehmen das Objekt, das künftig als „Essl Haus des sozialen Miteinanders“ geführt wird. Die Revitalisierung ermöglicht 45 moderne, barrierefreie und leistbare Wohneinheiten sowie eine umfangreiche soziale Infrastruktur. Bürgermeister Leopold Astner äußerte sich bewegt: „Für mich als Bürgermeister der Stadtgemeinde ist heute ein Freudentag. Mit dem Vertrag wird ein Meilenstein in der Bezirksstadt gesetzt.“

Revitalisierung statt Neubau

Die Umnutzung des ehemaligen Fabrikgebäudes stellt also auch aus städtebaulicher Sicht einen Gewinn dar. Astner betont dies eindrücklich: „In einer Bezirksstadt, in der ein Objekt, das früher als Fabrik genutzt wurde, zu Wohnraum wird, schaffen wir Wohnraum, den wir dringend brauchen.“ Er betrachtet das Projekt als vorbildliches Beispiel nachhaltiger Entwicklung: „Es zeigt, wie man Boden nicht versiegelt, indem man bestehende Objekte nutzt und nicht auf der grünen Wiese baut.“

Leistbar und verbindend

Die 45 geplanten Wohneinheiten sind Teil des Wohnbauprogramms 2026 bis 2028. Die erforderlichen Landesmittel stehen bereit. Wohnbaureferentin Gaby Schaunig hebt hervor, dass an diesem Standort Wohnen, soziale Angebote und Nahversorgung auf beispielhafte Weise kombiniert werden. Gesundheitslandesrätin Beate Prettner unterstreicht zudem die Bedeutung für die gesamte Region: „Für mich ist das kein Meilenstein, sondern ein Leuchtturmprojekt.“

Starke soziale Infrastruktur

Im Essl Haus entstehen Tagesstätten, Plätze für Seniorinnen und Senioren, betreubares Wohnen, acht Wohnverbundplätze für Menschen mit Behinderung sowie vier Einzelwohnungen für selbstbestimmtes Wohnen mit Assistenz. Darüber hinaus wird ein inklusives Kleinunternehmen mit zwölf Arbeitsplätzen sowie eine tagesstrukturierende Einrichtung in Zusammenarbeit mit dem psychiatrischen Therapiezentrum Villach eingerichtet. Prettner beschreibt das Konzept folgendermaßen: „Es werden Menschen mit und ohne Behinderung leben, junge und alte Menschen. Zwei Tagesstätten werden hier Platz finden. Deshalb soll das Gebäude Essl Haus des sozialen Miteinanders heißen.“

Blick über die Stadt

Besondere Begeisterung löste die große Dachterrasse aus, die im Zuge der Planungen entdeckt wurde. Prettner äußerte: „Was uns am meisten fasziniert hat, ist die riesige Terrasse, die einen wunderschönen Blick über die ganze Stadt ermöglichen wird.“

Gemeinsam umgesetzt

Das breite Bündnis hinter dem Projekt wurde bei der Vertragsunterzeichnung sichtbar. Für Landesrat Daniel Fellner ist dieser Zusammenhalt entscheidend: „Alleine wie viele Menschen heute da sind zeigt, so gehen Projekte für die Zukunft, miteinander und gemeinsam.“ Er hebt die besondere Kooperation im Bezirk hervor: „Dass alle Gemeinden zusammenarbeiten, das AVS mit dabei ist und der Sozialhilfeverband genauso, ist etwas Besonderes. Ein riesengroßer Dank an die Familie Essl, ohne sie wäre das alles nicht möglich.“

Ein Paradeprojekt für Kärnten

Die Sanierung des Gebäudes wird durch die Landeswohnbau Kärnten durchgeführt. Geschäftsführer Harald Repar dankte für das Vertrauen: „Danke für das Vertrauen in die Landeswohnpark Kärnten, weil wir dieses Projekt umsetzen dürfen.“ Er ordnete das Vorhaben klar ein: „Sanierung, Revitalisierung und Nachverdichtung kommen vor Neubau. Das ist ein Paradeprojekt.“ Repar richtete auch persönliche Worte an Christian Essl: „Herr Essl, danke für die fairen Verhandlungen. Wir werden auf das Gebäude aufpassen und es wird ganz groß Essl oben stehen.“

Nachhaltiges Erbe und neuer Nutzen

Die Familie Essl nutzte das Gebäude über Jahrzehnte als Produktionsstandort für Rucksäcke und Taschen, wo bis zu 140 Mitarbeitende beschäftigt waren. Nun freut sich Christian Essl, dass das Haus weiterhin im Sinne der Gemeinschaft genutzt wird. Die Revitalisierung stellt eine ressourcenschonende Lösung dar, die Leerstand verringert und den Stadtkern belebt. Das Essl Haus des sozialen Miteinanders wird somit ein neues Kapitel für Hermagor aufschlagen und das Gailtal nachhaltig stärken.

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