Neues EU-Weinpaket soll burgenländischen Weinbau stärken
Sinkender Konsum, Klimabelastungen und steigende Kosten treffen auch den burgenländischen Weinbau. Mit der politischen Einigung auf das neue EU-Weinpaket wollen Rat und Parlament nun gegensteuern und den Regionen mehr Flexibilität, stärkere Klimainvestitionen und einfache Vermarktungsregeln ermöglichen.
BURGENLAND. Europas Weinwirtschaft steht weiterhin unter Druck: Eine politische Einigung von Europäischem Rat und Europäischem Parlament auf das neue EU-Weinpaket soll nun Abhilfe schaffen, denn verändertes Konsumverhalten, Klimawandel, steigende Produktionskosten und Preisdruck setzen den burgenländischen Weinbauern zu. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die EU reagiere mit dem Weinpaket auf diese Entwicklungen. Zentrale Elemente seien Maßnahmen zur Vermeidung von Überproduktion, mehr Flexibilität bei An- und Wiederbepflanzung, erhöhte Investitionsförderungen für Klimaschutz und Klimaanpassung sowie vereinfachte Vermarktungs- und Kennzeichnungsregeln. Für Regionen wie das Burgenland seien die höheren Förderquoten besonders wichtig, da sie „konkrete Hilfe bei der Anpassung an die Klimakrise“ bieten, so WINE Intergroup-Vorsitzender Robert Hergovich.
Auch der Weintourismus gewinne an Bedeutung: Investitionen in Buschenschänke oder Vinotheken sollen leichter unterstützt werden und so zusätzliche Einkommensquellen schaffen. Damit bleibe Wein „ein wesentlicher sozialer Faktor im ländlichen Raum“.
„Enger Dialog mit Regionen“
Ein Schwerpunkt der WINE Intergroup lag auf praktikablen Lösungen bei neuen Kennzeichnungspflichten. Gefordert wurden ein schrittweises Einführen, vereinfachte Verfahren sowie ein umsichtiger Umgang mit Rodungen und Wiederbepflanzungen. Hergovich betont, dass alle Maßnahmen „im engen Dialog mit den Regionen und den betroffenen Winzerinnen und Winzern vor Ort“ gestaltet werden müssen.
Kritik an nicht übertragbaren EU-Mitteln
Der Präsident des Burgenländischen Weinbauverbandes, Andreas Liegenfeld, weist jedoch auf einen wesentlichen Kritikpunkt hin: Nicht genutzte Mittel aus der EU-Weinmarktordnung können nicht ins kommende Jahr übertragen werden. „Hier geht es um ca. 6 Mio. Euro für das Jahr 2025, die somit der Weinwirtschaft nicht zur Verfügung stehen“, so Liegenfeld.
Ein weiterer Bestandteil des Pakets betrifft Export- und Absatzförderungen. Kampagnen in Drittländern sollen verlängert und Doppelbürokratie für exportorientierte Betriebe reduziert werden. Überdies schaffen klarere Regeln für alkoholfreie und alkoholreduzierte Weine neue Marktchancen in einem wachsenden Segment.

