Hammerer Aluminium Industries (HAI) kündigt weiteren Stellenabbau aufgrund sinkender Nachfrage an. Im Jahr 2022 hatte das Unternehmen in Ranshofen noch 2.150 Mitarbeiter, nun sind es 630. Gleichzeitig sank der Umsatz von 989 Millionen Euro auf 822 Millionen Euro.
RANSHOFEN. HAI mit Sitz in Ranshofen musste seit 2022 weltweit rund 450 Arbeitsplätze abbauen, darunter 170 in der Zentrale. Am 10. November 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass weitere 20 Mitarbeiter entlassen werden. Vorstandsvorsitzender Rob van Gils erklärte, dass alle Kunden des Unternehmens derzeit mit Schwierigkeiten kämpfen, was nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch den Maschinenbau und die Bauwirtschaft betrifft. „Die Stimmung ist schlecht, es wird wenig investiert“, so van Gils.
Die Situation wird durch gestiegene Kosten am Standort Braunau zusätzlich belastet. Insbesondere die stark erhöhten Energie- und Lohnkosten stellen eine Herausforderung dar. „Wir sind deutlich zu teuer geworden und müssen als Standort darauf achten, unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen“, betont van Gils.
Strukturelle Herausforderungen
In den letzten 15 Monaten führte HAI ein Kurzarbeitsmodell ein, bei dem die Belegschaft auf 15 Prozent der Löhne und Gehälter verzichtete. Diese Regelung läuft nun aus. „Wir sehen, dass das Problem kein temporäres ist, sondern ein strukturelles“, sagt van Gils. Daher seien Anpassungen notwendig – das Unternehmen wolle dabei jedoch darauf achten, soziale Verträglichkeit zu wahren. Ein weiteres Kurzarbeitsmodell ist derzeit nicht in Planung.
Van Gils betont, dass es in den vergangenen Jahren keine Kündigungswelle gegeben habe. HAI habe insbesondere Leiharbeitsverhältnisse reduziert und Pensionierungen nicht nachbesetzt. Derzeit sind am Standort Ranshofen 630 Personen beschäftigt, konzernweit rund 1.700.
Ausblick auf 2028
Der Vorstandschef übt zudem Kritik am Zollstreit zwischen der EU und den USA. Die daraus resultierende Planungssicherheit belaste die Branche erheblich. Auf Aluminiumprodukte würden 15 Prozent Zoll und auf Aluminiumschrott 50 Prozent erhoben, was zu erheblichen Preisunterschieden führe. Zudem bestehe die Gefahr, dass mehr Schrott in die USA abfließe, was die Auslastung europäischer Anlagen verringern würde. Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage sei in den kommenden Monaten nicht absehbar. Erst 2028 solle es wieder einen Aufschwung geben.
Wacker Chemie ebenfalls betroffen
Auch Wacker Chemie im benachbarten bayrischen Burghausen plant einen Stellenabbau. Das genaue Ausmaß ist bislang unklar, jedoch steht fest, dass das größte Werk in Burghausen ab 2026 Einschnitte beim Personal vornehmen wird. Von den dortigen 8.000 Beschäftigten sind rund 750 Österreicher.
Darüber berichtet Welt Stimme.


