Am Dienstagabend fand die traditionelle Herbstkonferenz des Tiroler Bauernbundes im VZ Breitenwang statt. Ein großes Kernthema der Versammlung war die Forderung nach fairen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft. Darüber berichtet Welt Stimme.
BREITENWANG (eha). Im Vorfeld zur Herbstkonferenz gaben Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler, Bezirksbauernobmann Markus Rid und Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl im Zuge eines Pressegesprächs Einblicke in aktuelle Herausforderungen für heimische Bauernfamilien. Rid erklärte: „Das Außerfern ist geprägt von kleinstrukturierter Landwirtschaft. Insgesamt bewirtschaften 537 Betriebe, darunter 79 Biobetriebe, rund 13.863 Hektar, inklusive Almen.“ Auf diesen Flächen werden etwa 5.000 Rinder, 4.500 Schafe, 879 Ziegen, 290 Schweine, 5.500 Geflügel und 636 Pferde gehalten.
Starke bäuerliche Familien im Bezirk
„Unsere bäuerlichen Familien sichern die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln, halten die Wertschöpfung im Bezirk, investieren, schaffen Arbeitsplätze und tragen entscheidend zur Attraktivität unserer Region bei“, betonte Rid. Die Viehzahlen seien stabil, das Wetter habe mitgespielt, und erfreulicherweise blieb der Bezirk in diesem Jahr von großen Beutegreifern wie Wolf und Bär verschont. Auch im Bereich Tiergesundheit sei die Lage positiv: Mit nur zwei Tbc-Fällen spiegle sich der eingeschlagene Weg in der Tierseuchenbekämpfung wider.
Faire Rahmenbedingungen gefordert
Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft brauche es laut Rid drei zentrale Punkte: faire Produzentenpreise, eine spürbare Reduktion der Bürokratie und Planungssicherheit in der Förderpolitik. „Nur wer von seiner Arbeit leben kann, bleibt in der Landwirtschaft. Und nur mit verlässlicher Unterstützung können junge Menschen Höfe übernehmen und investieren.“
Kennzeichnungspflicht vorantreiben
Ein weiterer Schwerpunkt war die Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln. Bauernbundobmann Geisler erklärte, dass diese für die Wettbewerbsfähigkeit am internationalen Markt entscheidend sei: „Die Menschen wollen wissen, wo ihre Produkte herkommen.“ Erste erfolgreiche Beispiele gebe es bereits im öffentlichen Bereich, etwa in Krankenhäusern, und bei den rund 270 „bewusst Tirol“-Betrieben. Gemeinsam mit Handel und Gastronomie soll die Kennzeichnungspflicht weiter ausgebaut werden.
Almbauern unterstützen
Weiters unterstrich Geisler die besondere Bedeutung der Berglandwirtschaft für die Region: „Unsere Bauern halten das Land offen, sichern Biodiversität und Lebensqualität. Das gibt es nicht zum Nulltarif.“ Im Bezirk Reutte gibt es 50 Almen und etwa 55 Heimweiden mit einer Almfutterfläche von rund 7.850 Hektar. Auf 12 Sennalmen werden jährlich etwa 1 Million Kilogramm Milch produziert. Gealpte Tiere im Bezirk umfassen rund 5.900 Rinder, 3.000 Schafe, 350 Ziegen und 360 Pferde. Die neue gemeinsame Agrarpolitik (GAP) müsse den besonderen Bedingungen im Berggebiet gerecht werden, mit Unterstützung für steile Lagen, kurze Vegetationszeiten und hohe Bewirtschaftungskosten. Rid und Geisler bekräftigten, dass die bisherigen Abgeltungen in der Landwirtschaft unbedingt aufrechterhalten werden müssen.


