Die HTL Andorf setzt neue Maßstäbe in der Ausbildung, indem sie Virtual Reality und Künstliche Intelligenz in den Unterricht integriert. Dies bringt jedoch Herausforderungen mit sich, die sowohl Schüler als auch Lehrkräfte bewältigen müssen.
ANDORF. Im Rahmen eines Projekts haben Schüler der HTL Andorf erfolgreich einen KTM-Motor interaktiv reparierbar gemacht. Dies wurde durch den Einsatz von AR-Technologie (Augmented Reality) ermöglicht, die es erlaubt, die reale Welt mit virtuellen Elementen zu kombinieren. Die Schüler entwickelten eine interaktive Montage- und Reparaturanleitung für den Motor, die es erlaubt, Bauteile virtuell zu zerlegen und schrittweise zu montieren sowie Wartungsprozesse anschaulich darzustellen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Gemeinsam arbeiten in einer Virtual Reality-Umgebung
Im Laborunterricht der vierten Klassen kam kürzlich auch Virtual Reality (VR) zum Einsatz. Die Firma EVG in St. Florian sponsorte sechs Meta Quest 3 VR-Brillen. Mithilfe einer entsprechenden App können die Schüler direkt mit der VR-Brille und Joysticks Bauteile konstruieren. CAD-Modelle werden aus der Konstruktionssoftware in die VR-Umgebung übertragen, wo mehrere Personen gleichzeitig an einem virtuellen Prototyp arbeiten.
„Durch das gemeinsame Arbeiten in Virtual Reality fühlt es sich so an, als würden wir wirklich als Entwicklungsteam an einem Projekt arbeiten“, beschreibt Schülerin Miriam Brandstätter aus der 4B. „Man versteht Modelle räumlich viel besser und erkennt schneller, ob etwas in der Praxis funktionieren kann.“ Ihr Klassenkollege Manuel Eizenberger fügt hinzu: „Ich finde es cool, dass wir mit Technologien arbeiten, die auch in der Industrie eingesetzt werden. Wenn man später in einer Firma mit AR oder VR zu tun hat, kennt man die Basics schon und hat keine Berührungsängste mehr.“
KI in der HTL Andorf: „Auch die Lehrenden sind hier Lernende“
Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Unterricht der HTL Andorf ist ebenfalls geplant: Im Bereich Industriedesign sollen KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt werden, die Handskizzen rasch in fotorealistische 3D-Renderings und CAD-Modelle transformieren. Diese Modelle können dann auch in der VR-Umgebung dargestellt werden.
Allerdings sei Vorsicht bei der Nutzung von KI-Tools geboten, insbesondere in den Bereichen Textverarbeitung, Aufgabenbearbeitung und Bild- und Videogenerierung. Lehrer Erhard Maier erklärt: „Viele dieser Tools erleichtern eine große Anzahl von Aktivitäten, verwischen allerdings die Grenze zwischen eigener Leistung und KI-generierten fremden Leistungsanteilen.“ Im schulischen Kontext ist es wichtig, dass Schüler lernen, wie sie KI kritisch und verantwortungsbewusst einsetzen. „Ehrlicherweise sind in diesem Fall auch die Lehrenden noch Lernende“, sagt Maier. Die Lehrer erwerben durch Weiterbildungsangebote der Pädagogischen Hochschule sowie interne Fortbildungsmaßnahmen das notwendige Know-how, um KI sinnvoll einzusetzen.


