Über das Vermögen des Wiener Start-ups „Cortical.io AG“ wurde ein Konkursverfahren nach einem Eigenantrag eröffnet. Die Firma entwickelt unter anderem KI-basierte Software für natürliche Spracherkennung. Der größte Gläubiger ist die Europäische Investitionsbank (EIB). Darüber berichtet Welt Stimme.
WIEN. Im Frühjahr 2021 gewährte die EIB ein Darlehen in Höhe von 7,5 Millionen Euro an die Wiener Start-up-Firma „Cortical.io AG“. Das Unternehmen mit Sitz im 6. Bezirk spezialisiert sich auf innovative Softwarelösungen, die auf künstlicher Intelligenz basieren und natürliche Spracherkennung unterstützen.
Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag mitteilte, wurde über das Vermögen der Firma aufgrund eines Eigenantrags ein Konkursverfahren am Handelsgericht (HG) Wien eröffnet, viereinhalb Jahre nach der Darlehensvergabe.
Natürliche Spracherkennung
„Cortical.io“ entwickelt KI-basierte Softwarelösungen für den privaten und öffentlichen Sektor und nutzt den patentierten Ansatz „Semantic Folding“, um unstrukturierte Texte auszuwerten. Seit Mitte November hat das Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Die Firma ist auf die finanzielle Unterstützung der Mehrheitsaktionärin angewiesen, die am 19. November 2025 die Zahlungen eingestellt hat. Infolgedessen kann das Unternehmen nicht mehr seinen laufenden Verpflichtungen nachkommen. Betroffen sind elf Mitarbeiter sowie 25 Gläubiger.
Die größte Gläubigerin ist die EIB, die ein Investitionsdarlehen in Höhe von 7,5 Millionen Euro, verfügbar in drei Tranchen, gewährt hat. Creditreform berichtet, dass bisher nur eine Tranche von 2,5 Millionen Euro abgerufen wurde, deren Rückzahlung im März nächsten Jahres fällig wäre. Laut Venka Stojnić von Creditreform ist die Antragstellerin Inhaberin von zwei Marken- und fünf Patentrechten, die in mehreren Ländern registriert sind.
Zukunft unklar
Derzeit gibt es keine Informationen darüber, ob eine Fortführung oder Sanierung des Unternehmens geplant ist. Rechtsanwalt Stephan Riel wurde als Insolvenzverwalter bestellt. Gläubiger können ihre Ansprüche bis zum 7. Januar 2026 über Creditreform anmelden.
Laut eigenen Angaben zählen Kunden wie Volkswagen, die Deutsche Bahn, Siemens, Shell und Ericsson zu den Auftraggebern. Die Firma wurde 2011 gegründet und im Juli 2025 kehrte der ursprüngliche Gründer Francisco Webber als Geschäftsführer zurück.


