600 Arbeitsplätze fallen in der Lenzing AG bis Ende 2027 weg
LENZING. Nach der jüngsten Bekanntgabe eines massiven Stellenabbaus bei der Lenzing AG herrscht in der Region Krisenstimmung. Bis Ende 2027 werden insgesamt 600 Arbeitsplätze abgebaut, was fast 20 Prozent der Beschäftigten entspricht. Bürgermeister Rudolf Vogtenhuber bezeichnet die Situation als „Katastrophe, nicht nur für die Gemeinde, sondern für die ganze Region“. Er betont, dass die Schicksale der betroffenen Mitarbeiter im Vordergrund stehen, da „an einem Arbeitsplatz meist eine ganze Familie hängt.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
Vogtenhuber äußert seine Traurigkeit über die Verlegung von Arbeitsplätzen ins Ausland, die teilweise bereits praktiziert wird. Der Stellenabbau hat zudem finanzielle Auswirkungen auf die Gemeinde, da weniger Löhne auch zu geringeren Kommunalsteuereinnahmen führen.
„Es ist eine Katastrophe, nicht nur für die Gemeinde, sondern für die ganze Region.“
Bürgermeister Rudolf Vogtenhuber
Bei einer Betriebsversammlung vergangenen Montag nahmen neben Vogtenhuber auch die SP-Bürgermeister Peter Schobesberger (Vöcklabruck) und Gerhard Gründl (Schörfling) teil. Rund 1.000 der insgesamt 3.100 Mitarbeiter äußerten ihren Unmut in einem Protestmarsch, während der Aufsichtsrat in Mondsee tagte. Das Ergebnis fiel schlimmer aus als befürchtet: 250 Stellen werden allein in diesem Jahr abgebaut. Die betroffenen Mitarbeiter wurden meist am Folgetag informiert.
„Wir versuchen, soziale Härtefälle zu vermeiden.“
Betriebsrat Stephan Gruber
Stephan Gruber, Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates, betont die Notwendigkeit, weiteren Know-how-Verlust zu vermeiden und spricht sich gegen eine weitere Auslagerung von Arbeitsplätzen nach Tschechien und Indien aus. „Unser Hauptproblem ist, dass das Fasergeschäft nicht so läuft, wie es sollte,“ erklärt Gruber. Seiner Meinung nach sei das kurzfristige Sparen der falsche Weg, da teure Außenleistungen die Folge seien. Für die von Kündigungen betroffenen Mitarbeiter gibt es sowohl eine Stiftung als auch einen Sozialplan, um soziale Härtefälle zu vermeiden.


