Laura Wegscheider: „Bäuerin zu sein ist ein Privileg“ – junge Tirolerin verbindet Tradition und Moderne

Oktober 13, 2025 09:22
Laura Wegscheider: „Bäuerin zu sein ist ein Privileg“ - junge Tirolerin verbindet Tradition und Moderne

Moderne Landwirtschaft – Ein Einblick in das Leben von Laura Wegscheider

Die 24-jährige Laura Wegscheider aus Oberperfuss integriert traditionelle Landwirtschaft mit modernen Ansätzen und zeigt, dass die Branche alles andere als verstaubt ist. Darüber berichtet Welt Stimme.

OBERPERFUSS. Laura Wegscheider trotzt dem Klischee, dass Landwirtschaft „uncool“ sei. Sie ist leidenschaftliche Bergbäuerin und hat eine klare Vision, das Bild von Tiroler Landwirten zu verändern. Im Gespräch beschreibt sie ihren Alltag als Bäuerin und Influencerin, und wie sie Jüngere für die Landwirtschaft begeistern möchte.

MEINBEZIRK: Wie bist du zur Landwirtschaft gekommen? War für dich immer klar, dass du Bäuerin werden möchtest?
LAURA WEGSCHEIDER: Ich bin schon seit meiner Kindheit mit der Landwirtschaft verbunden. Auf unserem Hof bin ich aufgewachsen und habe früh meine Leidenschaft für die Landwirtschaft entdeckt. Auch meine Geschwister arbeiten aktiv am Hof mit.

MEINBEZIRK: Wie sieht ein typischer Tag bei dir am Hof aus? Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten?
LAURA: Mein Tag beginnt früh um 06:00 Uhr. Ich füttere die Tiere, sorge für ihr Wohlbefinden und erledige zahlreiche Arbeiten wie das Melken der Ziegen und die Vorbereitung für den Winter. Diese Arbeit erfüllt mich, besonders jetzt im Herbst, wenn alles für die kalte Jahreszeit vorbereitet werden muss.

MEINBEZIRK: Viele junge Menschen zieht es in die Stadt. Was könnte die Landwirtschaft tun, um für sie attraktiver zu werden?
LAURA: Das Bild des Landwirts sollte moderner wahrgenommen werden. Häufig haben Menschen ein veraltetes Bild von Landwirten. Wir kümmern uns mit Hingabe um unsere Tiere und gestalten eine artgerechte Haltung.

Durch meinen Instagram-Account „laura_wegi“ möchte ich eine moderne Wahrnehmung der Landwirtschaft fördern. Die Arbeit mit Tieren ist nicht nur sinnvoll, sondern auch erfüllend; ich könnte nicht in einer Stadt leben, wo nur Hektik zählt.

MEINBEZIRK: Welche Freiheiten oder Chancen bietet dir das Leben als Landwirtin im Vergleich zu einem „normalen“ Job?
LAURA: Ich arbeite für mich selbst und investiere in meinen Hof. Ich kann mich vollständig meinen Tieren widmen und erlebe wichtige Lebensereignisse hautnah. Tiere können auch lukrative Einnahmen bringen, insbesondere gute Zuchttiere.

MEINBEZIRK: Gibt es auch Momente, in denen du zweifelst oder es schwer findest, dranzubleiben?
LAURA: Es gibt schwierige Zeiten, aber meine Tiere und meine Familie geben mir die Kraft, weiterzumachen.

MEINBEZIRK: Du bist nicht nur Bäuerin, sondern auch Model und auf Instagram aktiv. Wie bringst du diese beiden Welten zusammen?
LAURA: Es erfreut die Menschen zu sehen, dass die moderne Bäuerin nicht mehr im Hintergrund steht. Ich zeige, wie schön es ist, mit Tieren zu arbeiten und die Landwirtschaft zu leben. Das inspiriert viele, mehr über das Landleben erfahren zu wollen.

MEINBEZIRK: Was möchten deine Follower über das Leben am Bauernhof lernen oder sehen?
LAURA: Viele interessieren sich sehr für unseren Stall und die Abläufe am Hof. Das Feedback ist enorm positiv, und ich hoffe, dass ich durch meine Präsenz auf Social Media das Bild der Landwirtschaft zum Positiven ändern kann.

MEINBEZIRK: Glaubst du, dass die Landwirtschaft durch Social Media moderner wird oder besteht die Gefahr, dass nur ein geschöntes Bild entsteht?
LAURA: Es ist bekannt, dass die Realität in sozialen Medien oft verzerrt wird. Aber ich bin transparent und zeige authentisch mein Leben.

MEINBEZIRK: Hast du durch deine Online-Präsenz schon junge Menschen inspiriert, sich für die Landwirtschaft zu interessieren?
LAURA: Ja, ich bekomme oft Nachrichten von jungen Frauen, die mich als Vorbild sehen. Ich hoffe, dass ich den Menschen ein realistisches Bild der Landwirtschaft vermitteln kann.

MEINBEZIRK: Wie stellst du dir die Landwirtschaft der Zukunft vor?
LAURA: Nachhaltigkeit sollte im Vordergrund stehen. Es braucht weniger Bürokratie, weniger Vorschriften, und der Fokus sollte wieder verstärkt auf das Tierwohl gelegt werden.

MEINBEZIRK: Was wünschst du dir von der Politik oder der Gesellschaft für junge Landwirte?
LAURA: Ich erwarte mehr Unterstützung für heimische Landwirte. Lokale Produkte sollten gefördert werden, anstatt dass Milliarden in den Transit gesteckt werden, um Lebensmittel zu importieren.

MEINBEZIRK: Wenn du anderen jungen Menschen einen Rat geben könntest, die überlegen, in die Landwirtschaft einzusteigen – was würdest du sagen?
LAURA: Mut ist wichtig! Die Landwirtschaft kann herausfordernd sein, bietet jedoch auch ein erfülltes Leben.

MEINBEZIRK: Wenn du ein Bild posten müsstest, das dein Leben als Bäuerin perfekt beschreibt – was würde man darauf sehen?
LAURA: Unser Hof im Sonnenaufgang mit glücklichen Tieren und meiner Familie; ein neuer perfekter Tag beginnt.

Über Laura Wegscheider

Laura Wegscheider lebt mit ihrer Familie auf ihrem Hof in Oberperfuss, der sich auf Schafzucht spezialisiert hat. Sie schätzt die Natur und die Berge und hat 2025 im Jungbauernkalender mitgewirkt und Stammzellen für eine Leukämiepatientin in den USA gespendet.

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