Legionellen in der Avita Therme Bad Tatzmannsdorf entdeckt – Einrichtung vorübergehend geschlossen

Dezember 6, 2025 09:47
Legionellen in der Avita Therme Bad Tatzmannsdorf entdeckt – Einrichtung vorübergehend geschlossen

Öffentlicher Aufruf des Landes Burgenland: Legionellen wurden in der Avita Therme in Bad Tatzmannsdorf entdeckt. Die Therme ist vorübergehend geschlossen. Personen, die in den vergangenen 14 Tagen in der Avita Therme waren, sollen ihren Gesundheitszustand beobachten. Darüber berichtet Welt Stimme.

BAD TATZMANNSDORF. Am Freitag ergaben Wasserproben, die im Zuge einer routinemäßigen Untersuchung der Bädergewässer durch die biologische Station in den Becken der Therme genommen wurden, ein positives Ergebnis auf Legionellen.

Nachdem dem Land Burgenland zudem ein Fall von Legionellenerkrankung bei einer Person bekannt wurde, die sich im November in der Avita Therme Bad Tatzmannsdorf sowie im dazugehörigen Hotel aufgehalten hatte, ordnete die zuständige Bezirkshauptmannschaft Oberwart die sofortige Schließung der Therme an. Das Land Burgenland hat alle Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in der Therme aufgehalten haben, dazu aufgerufen, ihren Gesundheitszustand zu beobachten.

Verbreitung über Luft

Legionellen sind eine Bakterienart, die über fein zerstäubtes Wasser in der Luft verbreitet wird. Sie können beim Menschen verschiedene Erkrankungen hervorrufen, von grippeähnlichen Symptomen bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Die Inkubationszeit nach einer Infektion mit den Bakterien beträgt laut AGES 2 bis 10 Tage.

Legionellen sind weltweit verbreitete Umweltkeime, die in geringer Anzahl ein natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind. In kaltem Wasser vermehren sich Legionellen kaum; jedoch sollten Warmwasserversorgungssysteme regelmäßig auf Temperaturen über 70 Grad Celsius erhitzt werden, um diese Bakterien in Schach zu halten. Der Genuss von Wasser, das mit Legionellen belastet ist, stellt kein Risiko dar.

Gesundheitsgefährdung

Eine Gesundheitsgefährdung entsteht jedoch, wenn Legionellenhaltiges Wasser als Aerosol (zum Beispiel beim Duschen) mit der Luft eingeatmet wird. Somit stellen insbesondere Duschen, Verdunstungsrückkühlanlagen (nasse Kühltürme) sowie schlecht gewartete Whirlpools eine potenzielle Gefahr dar. Besonders hohe Risiken bergen verzweigte Wassersysteme in Gebäuden wie Krankenhäusern, Altersheimen, Pflegeheimen, Hotels und Bädern.

Auch Klimaanlagen in Fahrzeugen und Büros sollten regelmäßig gewartet und gereinigt werden, um einer Keimbildung vorzubeugen. Duschköpfe, Wasserhähne sowie abmontierbare Armaturen sollten mindestens halbjährlich entkalkt und desinfiziert werden. In Österreich ist jeder Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfall meldepflichtig!

Weitere Informationen

Eine Legionellenerkrankung wird von einem Arzt oder einer Ärztin mittels Harntests oder Tests des Sputums (Sekret aus den Atemwegen) festgestellt. Bei Symptomen sowie für Erstinformationen stehen der Ärztenotdienst unter 141 sowie die kostenlose Gesundheitsberatung unter 1450 zur Verfügung.

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