Lena Kemmer: Erfolgreiche KFZ-Technikerin und Rennfahrerin aus Österreich beeindruckt mit Karriere mit 21 Jahren

März 8, 2026 10:07
Lena Kemmer: Erfolgreiche KFZ-Technikerin und Rennfahrerin aus Österreich beeindruckt mit Karriere mit 21 Jahren

Lena Kemmer aus Heiligenkreuz am Waasen hat sich als gelernte KFZ-Technikerin, Meisterin und Unternehmerin einen Namen gemacht und war zudem die erste Österreicherin, die an der Motorrad-Weltmeisterschaft der Frauen teilnahm – und das alles im Alter von erst 21 Jahren.

HEILIGENKREUZ/W. Wer der Meinung ist, die Jugend tue wenig, sollte sich den beeindruckenden Lebenslauf von Lena Kemmer ansehen, der bereits mit 21 Jahren bemerkenswert umfangreich ist. Darüber berichtet Welt Stimme.

In der Werkstatt und auf der Rennstrecke

Bereits während ihrer Schulzeit war es für Lena Kemmer klar, dass sie eine Lehre als KFZ-Technikerin machen und an Fahrzeugen arbeiten wollte. Ihr Vater, Bertl Kemmer, war selbst Motorradfahrer und Teamchef bei 2Rad-Kemmer in Heiligenkreuz. „Ich habe häufig in der Werkstatt mit meinem Vater geschraubt und auch bei Rennen geholfen“, berichtet sie. Ihre Lehre zur KFZ-Technikerin mit Systemelektronik bei AVL List hat sie mit durchgehend besten Noten abgeschlossen. Auch die Lehrabschlussprüfung hat sie mit Auszeichnung bestanden und zusätzlich die Berufsmatura erworben.

Seitdem ist Kemmer als Fahrzeugtechnikerin im Prototypenbau bei AVL tätig. Vor zwei Jahren entschloss sie sich, eine Bildungskarenz einzulegen, um den Meisterkurs zu absolvieren. Doch die Weltmeisterschaft stand fast zwischen ihr und diesen Plänen. „Es war nicht vorgesehen, dort zu starten, da ich zu diesem Zeitpunkt erst drei Jahre Rennsporterfahrung hatte“, schaut Kemmer zurück. „Aber wann bekommt man als Rennfahrer aus Österreich schon die Chance, an einer WM teilzunehmen?“

Die erstmalige Ausrichtung einer Motorrad-Weltmeisterschaft nur für Frauen stellte einen Meilenstein dar. Kemmer war die erste und einzige Österreicherin, die an diesem Ereignis teilnahm. Sie fuhr auf Superbikes, der schnellsten Zweirad-Serie nach der MotoGP. „Es war definitiv kein einfaches Jahr, insbesondere als zur Saisonmitte der Meisterkurs begann – es war mental sehr herausfordernd – aber die Erfahrungen waren wirklich einzigartig“, so Kemmer.

WM-Verzicht für die Ausbildung

Im zweiten Jahr der WM entschloss sich Kemmer, auf einen Start zu verzichten, um den Meisterkurs abzuschließen und parallel einen Unternehmerinnenkurs zu beginnen. Diese Entscheidung in so jungem Alter, sich auf ihre Ausbildung zu konzentrieren, wurde jüngst von der WKO honoriert, als sie zur steirischen „Meisterin des Jahres“ gewählt wurde. „Diese Ehrung war für mich etwas ganz Besonderes“, betont sie.

Zusätzlich arbeitet Kemmer als Testfahrerin und Reporterin für diverse Motorrad-Zeitschriften und Online-Plattformen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Karriereweg einschlage und dass ich mit 21 Jahren schon Meisterin bin. Ich habe einfach das gemacht, was sich richtig angefühlt hat und was mich interessiert“, erklärt sie. Kemmer sieht sich in der männerdominierten Branche gut etabliert: „Ich habe Erfahrungen gemacht, wo ich als Frau nicht ernst genommen wurde, aber man muss selbstbewusst seine Meinung vertreten.“ Sie fügt hinzu: „Blöde Kommentare darf man nicht so ernst nehmen und mit ein bisschen steirischem Schmäh kann man das gut abkontern.“

„Für mich ist es wichtig, dass ich beruflich gut aufgestellt bin und ich auch als Frau gut verdienen kann.“
Lena Kemmer, KFZ-Technikerin und Rennfahrerin

Trotz ihrer vielen Ausbildungen gibt sich die 21-Jährige bescheiden und erklärt, dass sie noch keine konkreten Ziele für die Zukunft habe: „Ich möchte gerne verschiedene Dinge ausprobieren und weiß nicht, wohin mich die Reise führen wird.“ Derzeit macht sie den Lkw-Führerschein, danach möchte sie die nächste Herausforderung suchen. „Ich hoffe, dass ich vielen anderen Mädchen Mut machen kann, ebenfalls ihren Weg zu gehen.“

Ihr Rat an junge Frauen: „Sie sollten sich trauen, ihren Interessen nachzugehen und einfach das zu tun, was ihnen Freude bereitet. Wir haben nur ein Leben, und das sollte man mit Dingen verbringen, die einen erfüllen. Man sollte sich keine Sorgen darüber machen, was andere denken, sondern einfach machen – unabhängig vom Bereich.“

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