Am Ordensklinikum Linz können Patienten mit bestimmten Tumorerkrankungen künftig aufwendige Gewebeentnahmen teilweise umgehen. Die neue Methode „Liquid Biopsy“ nutzt stattdessen Blutproben, um Tumor-DNA zu analysieren. So lassen sich für den Behandlungserfolg relevante genetische Veränderungen ohne belastende Eingriffe erkennen. Darüber berichtet Welt Stimme.
LINZ. Die Onkologin Renate Pusch vom Brust-Gesundheitszentrum betont, dass es für die Patienten und das medizinische Personal unkomplizierter ist, Blut abzunehmen als Gewebeproben zu entnehmen. „Das dauert nur ein paar Minuten“, so Pusch. Viele traditionelle Biopsien stellen technische Herausforderungen dar, sind oft belastend und erfordern längere Erholungszeiten. Die neue Methode erweist sich als besonders wertvoll, wenn eine Anpassung der Behandlung nötig ist. „Wir verwenden sie hauptsächlich bei fehlendem Ansprechen oder Fortschreiten der Erkrankung während einer Behandlung, um etwaige Resistenzmutationen festzustellen“, erklärt Pusch. Damit können Ärzte schneller reagieren und die Therapie gezielt steuern.
Weniger Belastung, schnellere Ergebnisse
Obwohl die Liquid Biopsy derzeit nicht für alle Krankheitsstadien geeignet ist und hauptsächlich bei fortgeschrittener Erkrankung angewendet wird, zeigt sich Pusch optimistisch: „Ich bin optimistisch, dass sich die Liquid Biopsy in den nächsten Jahren stark verbessert und auch bei frühen Tumorstadien zum Einsatz kommen wird.“ Die Methode führt zu einer Reduzierung des körperlichen Aufwands für die Betroffenen, während auch die Wartezeiten auf Ergebnisse signifikant verkürzt werden können. Für die Patienten bedeutet dies häufig weniger Stress und schnellere Entscheidungen.


