Lisa Bognar hat mit Unterstützung von „Frauen in Handwerk und Technik“ (FiT) über das Programm „Punktgenaue Qualifizierung“ die Ausbildung zur Entsorgungs- und Recyclingfachkraft bei Sauber & Stark in Waidhofen/Thaya begonnen.
WAIDHOFEN/THAYA. Lisa Bogner, 21 Jahre alt aus Goschenreith, begann am 1. Februar ihre Ausbildungslehre zur Entsorgungs- und Recyclingfachkraft bei Sauber & Stark, nachdem sie zuvor ein Praktikum in dem Unternehmen durch das AMS Waidhofen absolviert hatte. Ihr ursprünglicher Berufsweg als Kraftfahrzeugtechnikerin stellte sich als nicht geeignet heraus, weshalb sie sich neu orientierte. Das Praktikum gefiel ihr so gut, dass sie die Ausbildung nun fortsetzt.
„Ich bin überglücklich, dass alles geklappt hat. Im ersten Monat habe ich jeden Tag etwas dazugelernt. Mir gefällt die Arbeit mit den verschiedenen Materialien als auch mit den Kunden sehr gut,“ äußerte Lisa Bogner. Sie fügte hinzu: „Es ist interessant selbst zu sehen, wie aus Alt Neu wird. Auch in meinem Alltag habe ich jetzt einen anderen Blick auf Abfall.“
Sauber & Stark zeigt sich ebenfalls erfreut über die neue Lehrling. Geschäftsführer Joachim Diglas erklärte: „Wir wollen jungen Menschen eine Chance geben, damit sie eine Berufsausbildung mit Abschluss bekommen. Es ist heute sehr schwierig, Fachkräfte zu bekommen. Umso besser ist es, wenn man diese selbst ausbilden kann.“ Momentan bildet das Unternehmen vier Lehrlinge aus, darunter die Hälfte Frauen.
FiT hilft weiter
Das Programm FiT verfolgt einen dreistufigen Ansatz und ermutigt arbeitslose Frauen zu einem beruflichen Neustart in einem handwerklichen oder technischen Beruf. Es unterstützt sie bis zum Lehrabschluss oder zum Jobeinstieg und bietet flexible Angebote, die an den Bedarf und die Ziele der Frauen angepasst sind. Perspektivenerweiterung und Basisqualifizierung stehen dabei im Fokus.
Im Jahr 2025 haben sich 130 Frauen im FiT Zentrum Waldviertel beruflich neu orientiert. Von den Frauen, die ihre Ausbildung im Waldviertel zwischen Oktober 2024 und September 2025 abgeschlossen haben, haben 56 Prozent drei Monate nach Ausbildungsabschluss eine Anstellung gefunden.
Zusätzlich zum FiT-Zentrum spielt das Frauenberufszentrum (FBZ) der Frauenberatung Waldviertel eine entscheidende Rolle für arbeitssuchende Frauen in der Region, indem es mit fundiertem Wissen und umfassender Beratungskompetenz überzeugt.
Gegen Gender-Pay-Gap
Die schrittweise Anhebung des Pensionsalters für Frauen hat in Niedersachsen zudem zu einem signifikanten Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Frauen im vergangenen Jahr geführt: um 5,3 Prozent, während die Rate bei Männern nur um 3,4 Prozent stieg. Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Wirtschaft in den kommenden Jahren weiterhin einen hohen Personalbedarf haben wird, bedingt durch den demografischen Wandel. Dies eröffnet Frauen jeglichen Alters neue Berufschancen, insbesondere im handwerklich-technischen Bereich.
Das AMS unterstützt frauen in der Jobsuche mit dem Programm FiT. Über 1.000 Frauen haben 2025 in Niedersachsen daran teilgenommen. Viele von ihnen konnten nach der Aus- und Weiterbildung in den Arbeitsmarkt eintreten und ihr Einkommen erheblich verbessern.
„Teilzeit bedeutet nicht nur ein niedrigeres Gehalt, sondern auch geringere Karrierechancen. So steigen die Verdienste der Frauen ab Anfang 30 weniger stark als die der Männer. Teilzeitbeschäftigung sowie die Berufswahl wirken sich auf das Einkommen und, in der Folge, auch auf die Pension aus. Solange Frauen am Arbeitsmarkt gegenüber Männern benachteiligt sind, ist die Mehrheit unserer finanziellen Fördermittel im AMS für Frauen reserviert,“ informierte Edith Palisek-Zach, die Geschäftsstellenleiterin des AMS.
Darüber berichtet Welt Stimme.


