Die Gasversorgung in der Paulusgasse 5 wurde abgeschaltet, während die Temperatur draußen bei -3 Grad Celsius liegt. Mieter Lisa und Peter berichten von miserablen Sanierungsbedingungen in ihrem Wohnhaus, was zu einem Verfahren bei der städtischen Schlichtungsstelle geführt hat. Der Hauseigentümer weist alle Vorwürfe zurück. Darüber berichtet Welt Stimme.
Seit Monaten haben die Mieter kein Gas mehr, und die Temperaturen in ihren Wohnungen sinken dramatisch. Peters Wohnzimmer erreicht gerade einmal 18 Grad, während in den anderen Räumen nicht mehr als neun Grad verzeichnet werden. Um Warmwasser für die Dusche zu gewinnen, hat der langjährige Mieter einen kreativen, aber unzureichenden Weg gefunden: Er nutzt einen Kocher, um kaltes Wasser zu erhitzen und es für eine Campingdusche zu verwenden.
Sanierung und Gefahren im Gebäude
Die Sanierungsarbeiten am Haus dauern seit April 2024 an, nachdem das Gas auf Anweisung der Wiener Netze abgedreht wurde. Bei einer Überprüfung wurden zahlreiche Sicherheitsmängel festgestellt, darunter undichte Gasleitungen und ein defekter Kamin. Die Wiener Netze erklärten, dass das Gas erst wieder angestellt wird, wenn die Mängel behoben sind.
Zusätzlich zur Gasproblematik zeigt eine Anfrage bei der MA 37, dass weitere Sicherheitsrisiken im Gebäude bestehen. Defekte Beleuchtung im Stiegenhaus und ungesicherte Kellerfenster wurden ebenfalls moniert. Bei einer erneuten Inspektion wurden neue Risse in der Decke einer Wohnung entdeckt, woraufhin die MA 37 den betroffenen Mieter an den Zivilrechtsweg verwies.
Mieter fühlen sich im Stich gelassen
Lisa und Peter werfen dem Hauseigentümer und der Hausverwaltung versäumtes Handeln vor. Sie sind der Meinung, dass absichtliche Verwirrung gestiftet wird, um die Mieter zu spalten. Gerüchte über die Einquartierung neuer Mieter, die das Leben der Altmieter erschweren sollen, verstärken die Verunsicherung. Im Sommer sollen bis zu 150 neue Mieter im Haus gewesen sein, was zu Lärmbelästigungen führte.
Die Situation ist unhaltbar
Der Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und spricht von einer Schikane seitens der Mieter. Die Hausverwaltung betont, dass die Ersatzheizgeräte schnell zur Verfügung gestellt wurden, und räumt ein, dass die Situation allerdings unzureichend sei.
Die MA 25 stellte fest, dass Warmwasser bereitgestellt werden sollte, was jedoch nicht bei allen Mietern umgesetzt wurde. Während die Behörden weiterhin auf die Bemühungen des Hauseigentümers hinweisen, bleibt die Gasversorgung für die langjährigen Mieter ein ungelöstes Problem.
Schlichtungsverfahren läuft
Aktuell befindet sich das Anliegen der Mieter in einem Verfahren bei der städtischen Schlichtungsstelle. Letzte Termine wurden von der Gegenseite ignoriert, wodurch die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung weiter schwinden.
Die städtischen Behörden erklären, dass die Mieter rechtliche Schritte unternehmen können, wenn die Gegenseite in den Verhandlungen nicht erscheint. Solche Entscheidungen der Schlichtungsstelle könnten gegebenenfalls vor Gericht gehen, wenn keine Einigung erzielt wird.
Ungewisse Zukunft der Sanierung
Die zuständigen Behörden in der Stadt bestätigen den Kontakt zu den Mietern, die zwischen Hoffnung und Frustration schwanken. Ihre Schicksale bleiben ungewiss, während die geplante Sanierung und mögliche Änderungen an der Baubewilligung anstehen. Eine Baubewilligung für bauliche Veränderungen ist bis Januar 2028 gültig, jedoch sind Abweichungen von der bestehenden Genehmigung angestoßen worden.


