OECD-Prognose: Österreichs Wirtschaft wächst nur langsam und bleibt unter internationalem Durchschnitt

Dezember 2, 2025 23:43
OECD-Prognose: Österreichs Wirtschaft wächst nur langsam und bleibt unter internationalem Durchschnitt

Langsame Wirtschaftserholung in Österreich erwartet

Die OECD prognostiziert für Österreich in den kommenden Jahren nur ein verhaltenes Wirtschaftswachstum und sieht das Land damit klar unter dem internationalen Durchschnitt. Nach einem schwachen Wachstum von 0,3 Prozent in diesem Jahr wird erwartet, dass die Wirtschaft 2026 um 0,9 Prozent und 2027 um 1,2 Prozent zulegt. Damit liegt Österreich deutlich unter den Erwartungen der OECD sowie unter dem Wachstum der 38 OECD-Staaten, die 2026 und 2027 jeweils mit einem Wachstum von 1,7 bis 1,8 Prozent rechnen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der am Dienstag veröffentlichte Konjunkturausblick zeigt, dass hohe Energiepreise, Budgetkonsolidierungen und strukturelle Herausforderungen die Erholung der österreichischen Wirtschaft bremsen werden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), welches die Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen eines Landes misst, bleibt hinter dem internationalen Durchschnitt zurück.

Um die österreichische Volkswirtschaft zu stärken, sieht die OECD vor allem den privaten Konsum als Hoffnungsträger, unterstützt durch sinkende Inflation und stabile Beschäftigung. Haushalte haben zuletzt weniger gespart, was den Konsum in den nächsten zwei Jahren ankurbeln könnte. Auch sinkende Zinsen könnten Investitionen begünstigen. Die Inflation soll sich in Österreich bis Ende 2027 allmählich der Zwei-Prozent-Marke annähern.

Haushaltskonsolidierung als Hemmnis

Allerdings dämpft die Haushaltskonsolidierung die Wirtschaftsaktivität. Das Budgetdefizit soll bis 2028 wieder unter die von der EU festgelegte Grenze von drei Prozent sinken, was jedoch die Nachfrage schwächen könnte. Die OECD fordert zudem strukturelle Reformen im Pensionssystem und bei Sozialleistungen, um den Herausforderungen der alternden Gesellschaft, dem Klimawandel und steigenden Verteidigungsausgaben besser begegnen zu können.

Risiken durch Handelskonflikte und Energiepreise

Zusätzlich weist die OECD auf Risiken hin, die durch die anhaltend schwache Konjunktur in Europa und mögliche neue Zollschocks entstehen könnten. Da Österreich stark in europäische Lieferketten eingebunden ist, könnten US-Zölle auf EU-Waren erhebliche Auswirkungen auf die heimischen Exporte haben. Rund 21 Prozent der österreichischen Ausfuhren bestehen aus Vorleistungen für die Exporte anderer Länder.

Positiv könnte sich ein Anstieg der Staatsausgaben in Deutschland im Jahr 2027 auswirken, während die Energiepreise weiter hoch bleiben. Industriekosten für Strom in Österreich liegen weiterhin rund 40 Prozent über den Preisen vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, was die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen belastet.

OECD empfiehlt Investitionen und Strukturreformen

Um die wirtschaftliche Dynamik zu fördern, empfiehlt die OECD gezielte staatliche Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Unterstützung neuer Unternehmensgründungen. Maßnahmen wie der Ausbau des Breitbandnetzes, die Erleichterung von Infrastruktur- und Flächennutzungsvorschriften sowie Investitionsanreize sollen das mittelfristige Wachstum ankurbeln. Auch ein stärker integrierter und wettbewerbsorientierter Energiemarkt könnte helfen, die hohen Energiepreise zu senken und somit die Industrie zu entlasten.

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