ÖH und AK starten Kampagne zur Aufklärung über Arbeitsrechte an Wiener Universitäten

Oktober 14, 2025 10:22
ÖH und AK starten Kampagne zur Aufklärung über Arbeitsrechte an Wiener Universitäten

Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) warnt vor einer kritischen Schieflage zwischen Studium und Erwerbstätigkeit. Daher startet man gemeinsam mit der Arbeiterkammer (AK) eine Kampagne, die unter anderem vor einer Reihe Wiener Unis Studierende über ihre Rechte informieren und diese so entlasten soll. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN. Rund 69 Prozent der Studierenden in Wien sind erwerbstätig, warnen die Vertretungen der Studierenden. Ein erheblicher Teil dieser Gruppe arbeitet mehr als 20 Stunden pro Woche, um grundlegende Bedürfnisse wie Wohnen, Energie und Lebensmittel zu finanzieren.

Selina Wienerroither, Mitglied des ÖH-Vorsitzteams, erklärt: „Wenn Studierende mehr Zeit im Job als in Lehrveranstaltungen verbringen müssen, läuft etwas grundlegend falsch. Ein Studium darf kein finanzielles Risiko sein, sondern muss allen offenstehen, da darf das Einkommen der Eltern keine Rolle spielen.“ Sie fordert ein „leistbares Studium für alle und die Abschaffung sämtlicher Studiengebühren.“

Viktoria Kudrna, ebenfalls aus dem ÖH-Vorsitzteam, verdeutlicht die strukturellen Probleme, die Studierende besonders belasten: „Viele sind mit starren Studienplänen, hohem Leistungsdruck und schwieriger Vereinbarkeit von Studium, Arbeit und Betreuungspflichten konfrontiert. Gerade an Fachhochschulen braucht es mehr Freiheit bei der Gestaltung von Studienplänen und eine bessere Vereinbarkeit von Studium, Arbeit und Leben.“

Gemeinsame Sache mit Arbeiterkammer

Um auf die schwierige Situation aufmerksam zu machen, hat die ÖH in Kooperation mit der Arbeiterkammer (AK) Wien die Informations- und Beratungsinitiative „Know your Rights!“ ins Leben gerufen. Diese soll Studierende über ihre arbeitsrechtlichen Ansprüche informieren – unter anderem zu Themen wie Mindestlohn, Arbeitszeiten und Urlaubsregelungen – und sie ermutigen, diese Rechte aktiv einzufordern.

Im Rahmen der Kampagne „Job First, Studium Second?“ will die ÖH die wachsenden Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Studium und Erwerbstätigkeit thematisieren und fordert bessere Arbeitsbedingungen sowie ein Studium zu erschwinglichen Preisen. Der Auftakt der Kampagne fand am Montag vor dem Parlament statt.

Umut Ovat, Mitglied des ÖH-Vorsitzteams, betont: „Wissen ist der beste Selbstschutz. Mit unserer Kampagne wollen wir sicherstellen, dass Studierende nicht nur über ihre Rechte Bescheid wissen, sondern diese auch selbstbewusst einfordern können. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Studierende zu stärken – sowohl im Hörsaal als auch am Arbeitsplatz.“

Beratungsstände an Hochschulen

Im Zuge der Kampagne finden zwischen dem 21. und 30. Oktober mehrere Beratungsstände an Wiener Hochschulen statt, darunter an der Universität Wien, der TU Wien und der FH Campus Wien.

Beratende der AK werden vor Ort sein, um Studierende direkt anzusprechen und Informationen zu bieten. Interessierte haben die Möglichkeit, Fragen rund um Arbeitsrecht, Praktika und Beschäftigung neben dem Studium zu stellen. Zudem wird ein digitaler Sorgenbriefkasten eingerichtet.

Die genauen Termine lauten:

  • 21. Oktober (9–13 & 14–18 Uhr): TU Wien, Eingang Hauptgebäude
  • 22. Oktober (9–13 & 14–18 Uhr): Universität Wien, Hauptgebäude
  • 23. Oktober (9–13 & 14–18 Uhr): Neues Institutsgebäude (NIG), Universität Wien
  • 30. Oktober (9–13 Uhr): FH Campus Wien

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