Das Pumpspeicherprojekt Versetz ist ein zentrales Element der europäischen Energieinfrastruktur, nach seiner Aufnahme in die siebte Liste der „Projects of Common Interest“ (PCI) durch die EU-Kommission.
PLATZERTAL. Der Beschluss zu dieser Aufnahme fiel Ende 2025, die offizielle Veröffentlichung ist bis Ende März 2026 vorgesehen. Die EU-Kommission kennzeichnet mit dem PCI-Status Energieprojekte, die von besonderer Bedeutung für das europäische Energiesystem sind. Darüber berichtet Welt Stimme.
„Der PCI-Status für den Pumpspeicher Versetz ist für uns ein wichtiges Signal“,
sagt TIWAG-Vorstand Alexander Speckle.
„Er zeigt, dass unser Projekt nicht nur regional sinnvoll ist, sondern einen echten Beitrag für das europäische Energiesystem leistet. Als Teil dieses Systems bringt Tirol seine Stärken ein und profitiert umgekehrt vor allem in Zeiten einer geringen lokalen Stromproduktion von diesem grenzüberschreitenden Energieaustausch.“
Das Funktionsprinzip eines Pumpspeichers ist klar definiert: Bei Stromüberschüssen – etwa durch hohe Einspeisung aus Sonnen- oder Windenergie – wird Wasser in ein höher gelegenes Speicherbecken gepumpt. Steigt der Bedarf, wird dieses Wasser wieder abgelassen und zur Stromerzeugung genutzt. Auf diese Weise lassen sich Ungleichgewichte zwischen Erzeugung und Verbrauch innerhalb weniger Sekunden ausgleichen.
„Diese zusätzliche Flexibilität ist entscheidend, um erneuerbare Energien wie Wind und Sonne zuverlässig nutzen zu können und so den Ausstieg aus den fossilen Energien zu schaffen und einen substanziellen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten“,
so Speckle.
Die siebte PCI-Liste umfasst insgesamt 24 Speichervorhaben, darunter 21 Pumpspeicherprojekte mit einer installierten Pumpleistung von 11.669 MW. In der sechsten PCI-Liste waren zehn Pumpspeicherprojekte mit einer installierten Pumpleistung von 5.352 MW enthalten. Batteriespeicher kommen vor allem für den kurzfristigen Ausgleich von Stromschwankungen über ein bis zwei Stunden zum Einsatz. Der Pumpspeicher Versetz mit dem Speicher Platzertal ist hingegen so ausgelegt, dass er mit seiner Leistung und Speicherkapazität über rund 160 Stunden hinweg kontinuierlich volle Energie liefern kann.
PCI ersetzt keine nationalen Verfahren
Aktuell befindet sich der Pumpspeicher Versetz im Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren. Mehr als 50 unabhängige Gutachterinnen und Gutachter der UVP-Behörde erarbeiten das Umweltverträglichkeitsgutachten in 46 Fachgebieten. Dieses wird öffentlich aufgelegt, die Ergebnisse werden anschließend in einer mündlichen Verhandlung öffentlich diskutiert.
„Der PCI-Status ersetzt kein nationales Verfahren. Er bestätigt jedoch, dass das Projekt nicht nur für Tirol, sondern auch aus europäischer Sicht einen wichtigen Beitrag zur sicheren Energieversorgung der Zukunft leisten wird“,
betont Projektleiter Andreas Dengg.


