Rückgang im Online-Handel: Wiener bevorzugen zunehmend asiatische Plattformen

Juli 26, 2025 11:13
Rückgang im Online-Handel: Wiener bevorzugen zunehmend asiatische Plattformen

Im Raum Wien verzeichnet der Online-Handel einen Rückgang. Der Anteil der Online-Käufer sank von 74 Prozent im Jahr 2023 auf 68 Prozent. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass immer mehr Wiener bei asiatischen Anbietern bestellen, wobei nahezu jeder Dritte „Temu“ nutzt.

WIEN. Der Online-Handel bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Der Großteil der Anbieter stammt aus dem Ausland, während lediglich 35 Prozent der Ausgaben auf heimische Firmen entfallen.

Trotz der Dominanz von Amazon gewinnen asiatische Plattformen an Popularität, wie eine aktuelle Untersuchung der Wirtschaftskammer Wien (WKW) belegt. 31 Prozent der Wienerinnen und Wiener äußerten die Absicht, bei „Temu“ einzukaufen, und 20 Prozent tendieren zu „Shein“.

Handel im Wandel

Die Studienresultate weisen darauf hin, dass eine Trendwende im Online-Handel stattfindet. Der Anteil der Online-Käufer in Wien fiel auf das Niveau von 2022 zurück, was in einer Abnahme von 74 Prozent auf aktuell 68 Prozent resultiert. Außerdem sanken die Gesamtausgaben im Online-Handel von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 1,96 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Margarete Gumprecht, die WKW-Obfrau der Sparte Handel, erklärt: „Das digitale Kaufverhalten normalisiert sich nach dem Corona-Boom. Wiens Online-Ausgaben im Einzelhandel sind 2024 so niedrig wie zuletzt vor vier Jahren.“ Sie betont zudem, dass der Online-Anteil an den Gesamtausgaben des Einzelhandels 10,4 Prozent beträgt, was bedeutet, dass der Rest auf den stationären Handel entfällt.

Hybrides Einkaufen am Vormarsch

Gumprecht unterstreicht die Bedeutung hybrider Einkaufserlebnisse, die sowohl Online- als auch Offline-Elemente kombinieren. Rund 45 Prozent der Stadtbevölkerung erwirbt über das Internet Kleidung, Schuhe und Accessoires, wohingegen nur 22 Prozent Möbel, Gartenartikel sowie Bücher und Zeitungen online kaufen. Insgesamt geht etwa eine Million Wienerinnen und Wiener im Alter von 16 bis 74 Jahren regelmäßig online shoppen.

Abschließend kritisiert Gumprecht die unzureichenden Standards und Kontrollen für günstige Anbieter wie „Temu“ oder „Shein“. „Es fehlt an einheitlichen Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer“, sagt sie und hebt hervor, dass heimische Unternehmen strengen Vorgaben unterliegen, während ausländische Anbieter oft davon befreit sind. Sie fordert eine dringende Abschaffung dieser Ungleichheit.

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