Das Netzwerk Winter gilt heute als eine der wichtigsten Initiativen, um Kinder und Jugendliche wieder stärker für das Skifahren zu begeistern und damit den Wintersport als Breitensport langfristig abzusichern.
SALZBURG. Die Idee für das Netzwerk Winter wurde vor rund zwanzig Jahren geboren, als die Herausforderung, Nachwuchs für den Skisport zu gewinnen, deutlich wurde. Nationale Gespräche in Wien führten nicht zum gewünschten Erfolg, da viele glaubten, dass ohne große Kampagnen junge Menschen nicht erreicht werden könnten. Erst mit der Unterstützung des damaligen Landeshauptmann-Stellvertreters Wilfried Haslauer und dem Raiffeisenverband Salzburg erhielt das Projekt den nötigen Rückhalt. Beide Institutionen ermutigten Franz Schenner, ein branchenübergreifendes Netzwerk aufzubauen. Von Anfang an spielte auch die österreichische Skiindustrie eine zentrale Rolle als Gründungspartner und zeigte damit die breite Unterstützung für die Initiative. Darüber berichtet Welt Stimme.
Wendepunkt nach dem Ende der Schulskikurse
Der Wegfall der verpflichtenden Schulskikurse führte zu einem drastischen Rückgang in der Branche. Jugendgästehäuser verzeichneten weniger Buchungen, viele mussten sich neu erfinden und zu modernen Jugendhotels weiterentwickeln. Schenner beschreibt diese Situation als entscheidenden Moment, denn der Verlust der Jugend würde auch den Verlust der Gäste von morgen bedeuten. Salzburg nutzte diesen Wandel und entwickelte sich zur Vorzeigeregion. Von Anfang an waren die Seilbahnen Teil des Projekts, ebenso wie Zulieferer wie Skidata und Partner wie die UNIQA Versicherung. Gemeinsam mit den Salzburger Skischulen entstand ein Angebot, das landesweit Aufmerksamkeit erregte. Besonders prägend war die Entwicklung des Modells „Skifahren lernen in drei Tagen“, das in Salzburg optimiert wurde und heute als Beispiel für erfolgreiche Nachwuchsarbeit gilt. Ein Meilenstein war auch, dass mittlerweile Schulklassen aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und Oberösterreich das Salzburger Angebot nutzen und kostenlose Wintersporterfahrungen sammeln können.
Vom Salzburger Erfolgsmodell zur nationalen Allianz
Zwei Jahre nach der Gründung entstand auf dieser Basis die nationale Allianz Zukunft Winter. Der entscheidende Gedanke dahinter war, dass die Erfolge aus Salzburg nur dann langfristig wirken können, wenn sie national weitergetragen werden. In dieser Allianz arbeiten die Seilbahnwirtschaft, die Bundessparte Tourismus, das österreichische Skilehrwesen und die Skiindustrie zusammen, um sicherzustellen, dass die in Salzburg entwickelten und umgesetzten Themen österreichweit Beachtung finden. Die enge Zusammenarbeit zwischen diesen Partnern wurde zuletzt in Kaprun deutlich sichtbar und zeigt, wie geschlossen die Branche in zentralen Fragen agiert.
Ein Projekt, das von Leidenschaft getragen wird
Obwohl das Netzwerk Winter stark mit Franz Schenners Person verbunden ist, bleibt er selbst weitgehend im Hintergrund. Entscheidend sei, dass alle Beteiligten sich eingebunden fühlen und das Projekt als gemeinsames Vorhaben ansehen. Schenners persönliche Leidenschaft für den Skisport, die er von seinem Schwiegervater Anton Arnsteiner, dem Gründer der Firma Blizzard, übernommen hat, motiviert ihn bis heute.
Wertschätzung als Schlüssel zur Zukunft
In Anbetracht der aktuellen Wintersaison und der öffentlichen Debatten über Liftprojekte, Ticketpreise und Verkehrsfragen wünscht sich Schenner mehr Wertschätzung für den Wintertourismus. Wertschätzung bedeutet auch Wertschöpfung, denn der Wintersport ist einer der stabilsten wirtschaftlichen Faktoren in Österreich. Dank erheblicher Investitionen seitens der Seilbahnunternehmen gilt Salzburg für die nächsten zwanzig bis dreißig Jahre als schneesicher. Dennoch bleibt die wichtigste Aufgabe, ausreichend Menschen für das Skifahren zu begeistern, da die Wertschöpfung im Winter von denjenigen entsteht, die mit Freude auf die Piste gehen, Lifttickets kaufen und in Hotels übernachten, wodurch die Regionen gestärkt werden. Das Netzwerk Winter bleibt somit nicht nur eine Erfolgsgeschichte, sondern auch ein bedeutendes Zukunftsprojekt für Salzburg und ganz Österreich.


