Österreichische Schüler der HLPS Gallneukirchen erforschen die Auswirkungen eines bewussten Handyverzichts.
GALLNEUKIRCHEN. Seit dem 3. März nehmen alle Klassen der Höheren Lehranstalt für Pflege und Sozialbetreuung an einem landesweiten Handyexperiment des ORF teil. Während der 21 Tage dauernden Studie stellen die Schüler ihr digitales Verhalten auf die Probe, gemeinsam mit Schulen in ganz Österreich. Darüber berichtet Welt Stimme.
Drei Wege durch das Experiment
Die Teilnehmer gehen dabei bewusst unterschiedliche Wege:
- Kontrollgruppe: Nutzen ihr Handy wie gewohnt.
- Reduzierter Konsum: Verzichtet nicht vollständig, schränkt die Nutzung jedoch deutlich ein.
- Kompletter Verzicht: Geben ihr Handy für die gesamte Dauer des Experiments ab – ausgeschaltet.
Viele Jugendliche wählen einen individuellen Zugang, reflektieren ihr Nutzungsverhalten und setzen sich persönliche Ziele. Am Ende des Experiments füllen sie einen Fragebogen aus, und nach einiger Zeit folgt eine weitere Befragung. Eine begleitende Studie untersucht somit auch die mittelfristigen Auswirkungen des bewussten Handyverzichts.
Vom Schulimpuls zur ORF-Dokumentation
Die Idee, sich intensiv mit der Smartphone-Nutzung auseinanderzusetzen, entstand an der HLPS bereits vor einiger Zeit. Das Lehrteam überlegte, ein ähnliches Projekt eigenständig umzusetzen. Im Jänner wurde dann klar, dass das ORF-Handyexperiment nach einem ersten, vielbeachteten Durchgang in eine zweite Runde geht – erneut begleitet von einer wissenschaftlichen Studie.
Die HLPS meldete sich an, drehte ein Video zum Thema und begeisterte Moderatorin Lisa Gadenstätter. Ausschnitte aus dem Video der HLPS-Schüler:innen werden in der ORF-1-Dokumentation verwendet, die nach Abschluss des Experiments ausgestrahlt wird und Schulen aus ganz Österreich bei ihrem Selbstversuch begleitet.
Verzicht, der Wirkung zeigt
Die Schüler der HLPS möchten dem Experiment eine zusätzliche soziale Dimension geben: Für ihre Aktion „offline wirkt“ suchen sie einen Sponsor, der für jeden Tag ohne Handy einen bestimmten Betrag spendet. Das gesammelte Geld wollen sie einem wohltätigen Zweck zukommen lassen.
Bewusstseinsbildung statt Verbotskultur
Begleitet werden die Jugendlichen von Pädagogen Manfred Trauner. Für ihn steht nicht der erhobene Zeigefinger im Mittelpunkt, sondern die Reflexion: „Wir wollen keine Verbotskultur etablieren. Die Schüler sollen selbst erfahren, was sich verändert, wenn das Handy nicht permanent verfügbar ist – im Lernen, im Miteinander, in der eigenen Konzentration. Diese Erfahrung wirkt nachhaltiger als jede Regel.“
Mit dem Handyexperiment greift die HLPS ein Thema auf, das den Alltag junger Menschen prägt wie kaum ein anderes. Für 21 Tage rückt das Smartphone in den Hintergrund – und vielleicht wird etwas anderes in den Vordergrund gestellt.


