Skitourismus-Forschung: Zukunft des Skifahrens auch ohne Gletscher am Dachstein

Oktober 11, 2025 17:22
Skitourismus-Forschung: Zukunft des Skifahrens auch ohne Gletscher am Dachstein

In Schladming fand ein umfangreicher Dialog zur Zukunft des Tourismus statt, an dem rund 300 Einheimische aktiv teilnahmen. Skitourismus-Forscher Günther Aigner äußerte sich optimistisch: „Wir werden im Ennstal noch Skifahren, wenn es schon lange keinen Gletscher mehr am Dachstein gibt.“ Darüber berichtet Welt Stimme.

SCHLADMING. Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema im Tourismus, und der Tourismusverband Schladming-Dachstein hat mit der „Roadmap 2035“ ein strategisches Steuerungsinstrument entwickelt, das sich besonders den Aspekten Verantwortung und Zukunftsausblick widmet.

Die Region positioniert sich als Ganzjahresdestination, die regionale Identität, Naturverbundenheit und Qualität mit Verantwortung und Innovation vereinen will. Die über 300 Besucherinnen und Besucher wurden aktiv in den Prozess eingebunden, um auch den lokalen Menschen zugutekommen.

Ideen aus der Bevölkerung

Andreas Keinprecht, Vorsitzender des TVB Schladming-Dachstein, betonte die Relevanz der Zusammenarbeit: „Verantwortungsvolle Tourismusentwicklung funktioniert nur gemeinsam. Deshalb war es uns wichtig, nicht nur zu präsentieren, sondern wirklich mit den Menschen aus der Region ins Gespräch zu kommen und ihre Perspektiven einzubinden. Wir alle wollen die Zukunft nicht dem Zufall überlassen, sondern sie gemeinsam, verantwortungsvoll und mit Weitblick entwickeln.“

TVB-Geschäftsführer Mathias Schattleitner ergänzte: „Die Roadmap 2035 ist mehr als ein Strategiepapier – sie ist ein Bekenntnis zu unserer Verantwortung für diese Region. Wir wollen den Tourismus so weiterentwickeln, dass er für unsere Gäste, unsere Betriebe und vor allem für die hier lebenden Menschen zu echtem Mehrwert wird.“ Michaela Hölz, Expertin für nachhaltige Entwicklung im Tourismus, begleitete aktiv die Entwicklung der Roadmap.

Touristen aus Fernost

Günther Aigner beleuchtete die Zukunft des Skisports. Mit 150 Millionen Skifahrerinnen und Skifahrern weltweit üben so viele Menschen wie nie zuvor diesen Wintersport aus, was vor allem auf das steigende Interesse aus Asien zurückzuführen sei. In Österreich und weiten Teilen Europas stagniere hingegen die Zahl der Wintersportlerinnen und Wintersportler.

Österreich bleibt mit 50,1 Millionen Skifahrer-Tagen pro Jahr „Skitourismus-Weltmeister“. Nur die USA und Frankreich liegen mit 60,5 Millionen und 51,9 Millionen Skifahrer-Tagen knapp vorne. Italien und die Schweiz folgen mit 32,0 und 23,1 Millionen Skifahrer-Tagen deutlich zurück.

Trotz der erheblichen Preissteigerungen für Tageskarten – diese sind in den letzten zehn Jahren um fast 60 Prozent gestiegen – rapportierte Aigner, dass „es genügend Skifahrerinnen und Skifahrer gibt“. Er wies jedoch auch auf die Herausforderungen hin: „Die Wissenschaft glaubt an das Skifahren im Jahr 2050, die Gesellschaft nicht.“ Diese Aussage reflektiert sowohl die Ansicht von Städtern über den Wintersport als auch die Auswirkungen des Klimawandels, der die Schneefallgrenze anhebt. Aigner prognostizierte dennoch: „Wir werden im Ennstal noch Skifahren, wenn es schon lange keinen Gletscher mehr am Dachstein gibt.“

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