Sophie Bretterklieber aus Lannach beeindruckt als aufstrebende Floristin, die nicht nur ihren Bauernhof führt, sondern auch als eine der besten Young Floristinnen in Europa anerkannt wurde. Ihre Reise begann tragisch mit dem Tod ihres Vaters, als sie acht Jahre alt war. Im Alter von 18 Jahren übernahm sie den Familienbetrieb, ohne zunächst zu wissen, wie sie ihn führen würde. „Das ist meine Erinnerung an den Papa, das würde ich nie machen“, sagte sie über den Hof, den sie nie verkaufen wollte. Darüber berichtet Welt Stimme.
Nach ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung nahm sie an verschiedenen Praktika teil und fand schließlich ihre Leidenschaft in der Floristik. „Im Dreck patzeln war immer schon meins“, bemerkte Bretterklieber, die in einem Familienbetrieb aufwuchs und schon früh mit der Landwirtschaft in Kontakt kam. Nach dem Abschluss der landwirtschaftlichen Fachschule übernahm sie zwei Wochen später den Betrieb und beschreibt, dass es „ganz was anderes“ sei, am Hof zu leben und zu arbeiten.
In den letzten Jahren hat sie mehrere Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen, darunter die Lehre zur Floristin. Bei den Staatsmeisterschaften 2023 erzielte sie unerwartet den zweiten Platz, was ihr die Qualifikation für die EuroSkills 2025 einbrachte. „Da gab es einige Sonntage und Nächte, wo noch zum Ausmisten, Mähen oder Jausenplatten legen war“, erklärte sie und betonte die Unterstützung ihrer Familie während intensiver Trainingszeiten.
Bronze bei EuroSkills
Überraschend wurde sie nach den Berufseuropameisterschaften eingeladen, um ihre Geschichte bei den Staatsmeisterschaften in Salzburg zu erzählen. Trotz der Stresssituation während der Adventszeit weigerte sie sich nicht, dort hinzugehen. Die Bronzemedaille, die sie nachträglich erhielt, war das Ergebnis eines Juryfehlers, was sie in den Kreis der besten jungen Floristen Europas katapultierte. „Niemals hätte ich damit gerechnet“, zeigte sich die 23-Jährige bei der Preisverleihung sprachlos.
Um ihren Hof weiterzuentwickeln, hat Bretterklieber nun zusätzlich ein Floristikgewerbe angemeldet, neben der Direktvermarktung von Wild-, Schweine- und Schafprodukten. Sie schaut stets nach neuen Herausforderungen und plant, die landwirtschaftliche Meisterinnenausbildung zu absolvieren. „Man muss sich halt was trauen. Man muss schon auch Schritte setzen, um nach vorne zu kommen“, sagt sie optimistisch.


