Sorge um 250 Jahre alte Esche: Bürgerinitiative fordert Schutz am Wohnbauprojekt in Liesing

Oktober 3, 2025 16:02
Sorge um 250 Jahre alte Esche: Bürgerinitiative fordert Schutz am Wohnbauprojekt in Liesing

Auf dem Gelände des Bauprojekts „Zwei bis Neun – Wohnen am Rosenhügel“ in der Gatterederstraße/Endemanngasse steht eine 250 Jahre alte Esche. Die Grünen Liesing und eine Bürgerinitiative fordern ihren Schutz.

WIEN/LIESING. Mit dem offiziellen Spatenstich hat Swietelsky Developments am 2. Oktober 2025 den Bau des Wohnprojekts „Zwei bis Neun – Wohnen am Rosenhügel“ auf dem Areal der ehemaligen Kleinbahn-Fabrik begonnen. Geplant sind vier Neubauten mit insgesamt 130 Wohnungen, darunter zehn sanierte Bestandswohnungen, sowie neun Büro- und Geschäftsflächen. Rund 3.000 Quadratmeter des Geländes bleiben unbebaut, um Grünflächen und zwei Kinderspielplätze zu schaffen. Auch die historische Kleinbahn-Fabrik wird revitalisiert und um ein Dachgeschoss erweitert. Darüber berichtet Welt Stimme.

Streit um Naturdenkmal am Baugelände

Auf dem Grundstück steht eine rund 250 Jahre alte Esche, die im Januar 2025 nach monatelangem Engagement einer Bürgerinitiative offiziell unter Schutz gestellt wurde. „Gegen diesen Bescheid haben die Bauträger am 27. Februar 2025 Beschwerde an das Verwaltungsgericht Wien erhoben. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist bisher noch nicht getroffen worden“, erklärt die MA 22 – Umweltschutz.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Esche auch unabhängig von der Entscheidung des Gerichts den Schutzbestimmungen des Wiener Baumschutzgesetzes unterliegt. „Eine allfällige Beschädigung des Baumes wäre daher vom Magistratischen Bezirksamt, das für die Vollziehung des Wiener Baumschutzgesetzes zuständig ist, zu sanktionieren“, heißt es.

Die Bürgerinitiative und die Grünen Liesing äußern Besorgnis, dass der Baum während der Bauarbeiten Schaden nehmen könnte. „Diese wertvolle Esche ist nicht nur ein Naturdenkmal, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten. Solch alte, große Bäume sind außerdem wichtige Schutzschilde gegen die Hitze im Sommer. All das darf nicht aufs Spiel gesetzt werden, nur weil ein Konzern seine Baupläne ohne Rücksicht auf Umwelt und Nachbarschaft durchziehen will“, betont Tina Wirnsberger, Umweltsprecherin der Wiener Grünen. Liesings Klubobfrau Elke Schlitz (Grüne) ergänzt: „Es darf nicht dem Bauträger überlassen bleiben, ob dieser Baum den Liesingerinnen und Liesingern erhalten bleibt oder nicht.“

Bereits im Herbst 2024 hatte ein Rückschnitt der Krone der Esche für Empörung gesorgt. Die Grünen und die Bürgerinitiative fordern, dass die Esche während der Bauphase in dem Ausmaß, wie die ursprüngliche Krone war, geschützt wird. Zudem soll der Wurzelbereich bei der geplanten Tiefgarage ausgespart werden, und die Planung der Kinderspielplätze soll so angepasst werden, dass keinerlei Fundamente in den Wurzelraum eingreifen.

Stellungnahme von Swietelsky

„Wir möchten betonen, dass der Schutz und Erhalt der Esche für uns von Beginn an ein zentraler Bestandteil des Projekts war und nach wie vor ist. Wir besitzen die Liegenschaft seit Mai 2021, also lange bevor die Unterschutzstellung erfolgt ist“, betont Swietelsky Developments. Ober- und unterirdisch wurde ein Schutzbereich durch die MA 22 – Umweltschutz festgelegt, den sie einhalten. Auch die laufende Pflege des Baumes erfolgt in Abstimmung mit der MA 22. Die Integration der Esche sei ein wichtiger Bestandteil des Konzepts „Wohnen im Grünen“, wird abschließend erklärt.

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