Studie zeigt: Konsumenten erkennen eigene scheinheiligkeit beim Geschenkekauf in Oberösterreich

Dezember 9, 2025 22:57
Studie zeigt: Konsumenten erkennen eigene scheinheiligkeit beim Geschenkekauf in Oberösterreich

Studie zeigt Kluft zwischen Konsumbewusstsein und Einkaufsverhalten

Obwohl die Mehrheit der Verbraucher in Umfragen regelmäßig betont, dass Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität beim Einkaufen wichtig sind, spiegelt sich diese Einstellung nur selten im tatsächlichen Kaufverhalten wider. Dies geht aus einer Analyse des Instituts für Handel und Marketing (IHaM) der JKU Linz hervor. Darüber berichtet Welt Stimme.

Laut den Forschern ist dieser „Attitude–Behaviour Gap“ auch beim Kauf von Weihnachtsgeschenken deutlich zu erkennen. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Konsumenten sich ihrer eigenen „Scheinheiligkeit“ bewusst sind und dies in einer anonymen Online-Befragung offen zugaben, so das IHaM.

Besonders dort, wo Aufwand, Bequemlichkeit und Preis eine (große) Rolle spielen, klaffen moralischer Anspruch und tatsächliches Kaufverhalten auseinander. Knapp die Hälfte der Konsumenten plant, Geschenkeeinkäufe frühzeitig zu organisieren, tatsächlich erfolgt der Kauf aber oft im Stress (44 %). Ähnlich verhält es sich bei der Absicht, bewusst im lokalen Handel einzukaufen; viele landen aufgrund von Bequemlichkeit oder Preisvorteilen bei Online-Bestellungen, wie die Studie ergab.

Bequemlichkeit statt Nachhaltigkeit

Fast die Hälfte der Konsumenten beruhigt sich mit der Vorstellung, dass „es beim Schenken vor allem auf die Geste ankommt“ (47 %). Ein erheblicher Teil empfindet Schuldgefühle oder Unbehagen: 40 % der Befragten haben ein schlechtes Gewissen, wenn das eigene Schenken nicht den eigenen Ansprüchen entspricht, und 31 % fühlen sich unwohl, wenn ein Geschenk nicht nachhaltig oder fair ist (Mehrfachnennungen). Diese Emotionen führen jedoch selten zu echten Verhaltensänderungen. „Die Daten zeigen, dass viele Konsumenten zwar regional, nachhaltig oder hochwertig schenken wollen, sich am Ende jedoch anders entscheiden. Diese Diskrepanz zieht sich durch alle abgefragten Bereiche und wird vor allem durch Zeitdruck, Bequemlichkeit und Preisorientierung verstärkt“, erklärt Ernst Gittenberger vom Institut für Handel, Absatz und Marketing über die aktuelle IHaM-Analyse.

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