Die Tischlerei Erschen schließt mit Ende März. Der Betrieb überzeugte durch Handschlagqualität.
EBERNDORF. Nach 99 Jahren, in denen die Tischlerei Erschen in Eberndorf tätig war, wird der Betrieb Ende März geschlossen. Im Jahr 1927 wurde die erste Tischlerei in Gablern eröffnet, bevor im Jahr 1993 der Umzug nach Eberndorf erfolgte. Die Geschäftsführer Johann und Josef Erschen gehen nun in den wohlverdienten Ruhestand. In den letzten Jahren wurde vergeblich nach einem Nachfolger gesucht, um das Unternehmen fortzuführen. „Es gab keinen finanziellen ‚Crash‘. Das macht mich stolz“, betont Johann Erschen und verweist auf die altersbedingte Schließung ohne wirtschaftliche Schwierigkeiten. Darüber berichtet Welt Stimme.
Individuelle Anpassung
Die Tischlerei Erschen bediente vorwiegend Privatkunden aus Österreich, konnte jedoch auch Kunden aus Deutschland und Slowenien gewinnen. „Wir haben keine ‚Stangenware‘ angeboten. Unsere Produkte waren Unikate“, erklärt der 65-jährige Geschäftsführer Johann Erschen. Nach der Bekanntgabe der Betriebsschließung erhielt das Unternehmen zahlreiche positive Rückmeldungen für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. „Wir haben über die vielen Jahre mit sauberer Arbeit und Handschlagqualität überzeugt“, sagt Josef Erschen, der bis 2019 als Geschäftsführer tätig war.
Vorzeigebetrieb
Im Laufe der Jahre hat die Tischlerei Erschen durch ihre vorbildliche Lehrlingsausbildung und das positive Betriebsklima überzeugt. „Wir haben viel in unsere Lehrlinge investiert und einige Lehrlingswettbewerbe gewonnen. Der Großteil unserer Lehrlinge ist auch bei uns geblieben“, beschreibt Josef Erschen stolz die Entwicklungen im Unternehmen. Bis Ende März werden noch elf Mitarbeiter beschäftigt sein; anschließend wird man neue Herausforderungen suchen. „Unser Lehrling hat zum Glück schon eine neue Lehrstelle gefunden. Auch die anderen Mitarbeiter werden sich neu finden. Da bin ich mir sicher“, so Johann Erschen.
Pension
Vor dem endgültigen Abschied in die Pension müssen einige Aufträge abgearbeitet werden. „Der letzte Auftrag geht an Bürgermeister Wolfgang Stefitz“, schmunzelt Josef Erschen. Nach der Schließung wird den Erschens sicherlich nicht langweilig werden. Josef Erschen plant, sich seiner Landwirtschaft und dem Jagdhobby zu widmen. Auch für Johann Erschen beginnt mit der Pension ein neuer Lebensabschnitt, in dem er sich nun vermehrt seinem Hobby, der Feuerwehr, widmen kann. Er fungierte immerhin drei Perioden als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gablern.


