Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt und LGBTIQ-Inklusion in Wiener Unternehmen positive Effekte auf das Arbeitsklima und den Unternehmenserfolg haben. Dennoch besteht weiterhin Verbesserungsbedarf.
Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Ergebnisse der Studie „Diversity Management in der Dimension LGBTIQ in Wiener Unternehmen“, die im Auftrag der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien (WKW) und Pride Biz Austria durchgeführt wurde, wurden kürzlich vorgestellt. Für die Untersuchung wurden rund 280 Wiener Unternehmen befragt.
60 Prozent der befragten Betriebe setzen Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt um, während 38 Prozent sich gezielt für die Inklusion von LGBTIQ-Personen engagieren. Unternehmen, die aktiv LGBTIQ-Diversität fördern, berichten von einem verbesserten Arbeitsklima, höherer Mitarbeitendenzufriedenheit und wirtschaftlichen Vorteilen.
„Noch Luft nach oben“
Thomas Weber, Neos-Gemeinderat, erklärte: „Viele Wiener Unternehmen bekennen sich bereits zu Vielfalt – und dort, wo LGBTIQ explizit berücksichtigt wird, profitieren alle.“ Die Studie mache zugleich sichtbar, wo es „noch Luft nach oben gibt“. Susanne Haase, Gemeinderätin und LGBTQIA+ Sprecherin der SPÖ Wien, betonte: „Wien zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und gelebte Vielfalt kein Widerspruch sind.“
Die Untersuchung wurde vom Forschungsinstitut KMU Forschung Austria (KMFA) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA) durchgeführt. Ziel war es, zu ermitteln, inwieweit Wiener Unternehmen geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung in ihrem Diversity-Management berücksichtigen und welche Erfahrungen sie dabei machen.
Astrid G. Weinwurm-Wilhelm, Vizepräsidentin von Pride Biz Austria, stellte fest, dass, obwohl viele Organisationen Fortschritte gemacht haben, weiterhin Aufholbedarf beim Thema sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität besteht: „LGBTIQ-Inklusion ist kein ‚nice to have‘, sondern ein Erfolgsfaktor – für Organisationskultur, Innovation und Personalbindung, insbesondere im War for Talents.“
Die Studienautorinnen und -autoren empfehlen, Vielfalt strukturell im Unternehmen zu verankern, Zuständigkeiten klar zu definieren und Führungskräfte gezielt zu sensibilisieren. Dies könnte helfen, die Inklusion von LGBTIQ-Personen langfristig zu stärken und Diskriminierung im Arbeitsumfeld zu reduzieren.


