Pendlerpauschale unter Kritik: Reformvorschläge im Vordergrund
Österreichs Expertinnen und Experten fordern eine Reform der Pendlerpauschale, während die Bundesregierung die Leistungen für Familien in Gesundheit und Klimaschutz reduziert. Etwa 40 Prozent der Bezieherinnen und Bezieher der Pendlerpauschale haben Arbeitswege von unter 20 Kilometern.
Eine Analyse des Verkehrclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass fast 25 Prozent der Pendlerpauschale-Bezieher ein Jahreseinkommen von über 60.000 Euro erzielen. Die Pendlerpauschale und der Pendlereuro kosten den Staat 2026 mehr als 600 Millionen Euro, obwohl viele Bezieher kurze Arbeitswege von zwei bis 19 Kilometern zurücklegen. Der VCÖ kritisiert die Bundesregierung und fordert eine Überarbeitung der Pendlerförderung statt Kürzungen in anderen Bereichen.
Wer profitiert von der Pendlerpauschale?
Die Pendlerpauschale wurde 1970 eingeführt, um einkommensschwachen Arbeitnehmenden mit langen Arbeitswegen zu helfen. Der Verkehrsabsetzbetrag beträgt für 2026 496 Euro. Die große Pendlerpauschale steht Beschäftigten offen, die mindestens zwei Kilometer arbeiten, und für die kleine Pendlerpauschale müssen die Arbeitswege mindestens 20 Kilometer betragen.
Der Pendlereuro ist ein ergänzender Steuerabsetzbetrag, dessen Höhe von der Arbeitswegdistanz abhängt. Viele Bezieher der Pendlerpauschale haben jedoch hohe Einkommen und kurze Arbeitswege, so der VCÖ.
Forderung nach einer Gehaltsobergrenze
Der VCÖ berichtet, dass 39 Prozent der Bezieherinnen und Bezieher Arbeitswege von zwei bis 19 Kilometern haben, während nur 10 Prozent mehr als 60 Kilometer zurücklegen. Bei der Arbeitnehmerveranlagung für 2024 hatten rund 23 Prozent der Bezieher ein Einkommen über 60.000 Euro, 2025 stieg dieser Wert auf 32 Prozent.
Die Pendlerpauschale senkt das steuerpflichtige Einkommen, was Personen mit höherem Einkommen begünstigt. Michael Schwendinger vom VCÖ kritisiert, dass besonders gut Verdienende von der Pendlerförderung unverhältnismäßig profitieren. Er fordert eine soziale und ökologische Reform, einschließlich einer Gehaltsobergrenze und Anreize zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
Einordnung
Die Reformvorschläge zur Pendlerpauschale könnten signifikante Änderungen im Steuerrecht nach sich ziehen und eine gezieltere Unterstützung für niedrigverdienende Beschäftigte bieten. Dies würde die finanzielle Belastung der öffentlichen Hand verringern und gleichzeitig Anreize für umweltfreundliche Verkehrsmittel schaffen.


